Verkauf der ehemaligen JVA in Braunschweig - So ist der Stand

Das Areal gehört dem Land. Doch auch die Stadt Braunschweig hat ein Mitspracherecht. Mitte Dezember steht ein wichtiger Termin an.

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Archivbild der JVA Rennelberg.
Archivbild der JVA Rennelberg. | Foto: Stefan Stümpel

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Braunschweig. Im Mai 2024 endete die über 140 Jahre dauernde Geschichte der Justizvollzugsanstalt im Rennelberg. Das Land Niedersachsen, dem das Gelände gehört, hat vor über einem Jahr einen Verkaufsprozess eingeleitet. Doch auch die Stadt Braunschweig als zuständige Bauplanungsbehörde hat ein Mitspracherecht. Daher informiert die Verwaltung aktuell die politischen Gremien über den Stand des Verkaufsprozesses.



Die Voraussetzungen sind nicht einfach. Ein Großteil des Ensembles steht unter Denkmalschutz. Die Stadt hat konkrete Vorstellungen. Es soll eine Mischnutzung und eine entsprechende Bebauung geben, die das ehemals abgeschottete JVA-Gelände wieder in die Stadt integriert, umnutzt und vorsichtig nachverdichtet. Gleichzeitig soll hier aber auch ein öffentlich zugänglicher Gedenk- und Erinnerungsort entstehen.

Sechs Bewerbungen vorgelegt


Trotz alledem hatte das vom Land initiierte Interessenbekundungsverfahren sechs Bewerbungen hervorgebracht, die der Stadt zur Bewertung im Mai dieses Jahres vorgelegt wurden. Zur Auswahlkommission unter Leitung des Stadtplanungs-, Verkehrs-, Bau- und
Wirtschaftsdezernats waren neben den betroffenen Fachverwaltungen Prof. Dr. Tanja Remke als Mitglied des Gestaltungsbeirats sowie Vertreterinnen und Vertreter der drei größten Fraktionen im zuständigen Ausschuss für Planung und Hochbau eingeladen.


Wie viele Bewerbungen genau den Anforderungen der Kommission entsprochen haben, wird von der Verwaltung nicht genannt. "Der überwiegende Teil der vorgelegten Nutzungskonzepte hat die Verantwortlichen in der Auswahlkommission der Stadt Braunschweig überzeugt", heißt es in der Mitteilung außerhalb von Sitzungen. Die Möglichkeit zur Abgabe eines Angebots würden aber nur Bewerber erhalten, deren Nachnutzungskonzepte von der Stadt Braunschweig mitgetragen wurden. Ausgeschlossen habe man Bewerbungen, die den Erhalt der Denkmalsubstanz nicht konzeptionell vertreten und/oder die Einrichtung eines Vermittlungs- und Erinnerungsorts in der dargestellten Form nicht berücksichtigt hätten.

Wer bietet am meisten?


Unter allen Interessenten, die das Interessenbekundungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben, werde aktuell das Höchstgebotsverfahren zum möglichen Erwerb der Liegenschaft JVA Rennelberg durchgeführt. Alle im Verfahren befindlichen Kaufinteressenten sollen nun bis zum 15. Dezember 2026 die Möglichkeit erhalten, ein eigenes Kaufgebot für den Erwerb der JVA Rennelberg vorzulegen. Grundlage hierfür sei die bisher vom Land Niedersachsen benannte Kaufpreisvorstellung von 3,6 Millionen Euro. In Abhängigkeit vom Ausgang dieses Verfahrens behält sich das Land Niedersachsen vor, ein abschließendes Nachgebotsverfahren durchzuführen.