Braunschweig. Die Industrie- und Handelskammer Braunschweig hat am Mittwochabend den Technologietransferpreis 2026 verliehen und damit seit 40 Jahren herausragende Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in der Region ausgezeichnet. Rund 160 Gäste aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Politik kamen zusammen, um innovative Projekte und den erfolgreichen Austausch zwischen Forschung und Praxis zu würdigen. Darüber berichtet die IHK in einer Pressemitteilung.
Im Mittelpunkt des Abends standen die drei Finalistenprojekte, die in kurzen Filmen vorgestellt wurden: der COAD-Prozess zur Plasmabeschichtung des Fraunhofer IST gemeinsam mit der Rohloff AG und Tantec A/S, die Akustiktechnologie „EdgeAdapt“ der Technischen Universität Braunschweig und der CompositeEdge GmbH sowie „Topticlock“ – ein hochpräzises Zeitmesssystem der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und TOPTICA Photonics SE.
Entscheidung des Publikums
Mit Spannung wurde die Entscheidung des Publikums erwartet. Unter großem Applaus zeichnete Dr. Florian Löbermann, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, die Technische Universität Braunschweig und die CompositeEdge GmbH mit dem Technologietransferpreis 2026 aus. „Das Projekt ‚EdgeAdapt‘ zeigt in besonderer Weise, wie aus exzellenter Forschung eine praxisnahe und nachhaltige Lösung entsteht, die echten industriellen Mehrwert schafft“, betonte Löbermann bei der Preisverleihung.
Mit dem Projekt „EdgeAdapt“ ist aus universitärer Forschung eine serienreife Technologie für nachhaltigen Lärmschutz entstanden. Das ultradünne Sound Panel absorbiert über 95 Prozent des Lärms unter 1.000 Hz, ist vollständig recycelbar, feuerfest und deutlich leichter als herkömmliche Lösungen. Die Entwicklung zeigt beispielhaft, wie erfolgreich Technologietransfer aus der Forschung in konkrete industrielle Anwendungen gelingen kann – von Wärmepumpen über Fahrzeuge bis hin zu Rechenzentren.
Wettbewerbsfähigkeit sichern
Zum Auftakt der Veranstaltung betonte Dr. Ralf Utermöhlen, 1. Stellvertreter des Präsidenten, die besondere Bedeutung des Technologietransfers: „In einer Zeit, in der sich Technologien, Märkte und ganze Wertschöpfungsketten rasant verändern, ist der enge Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wichtiger denn je. Nur durch konsequenten Technologietransfer lassen sich Wettbewerbsfähigkeit sichern, Transformation gestalten und nachhaltige Lösungen schnell in die Anwendung bringen.“
Gauß-Preis im nächsten Jahr
Gleichzeitig gab er einen Ausblick auf das Gauß-Jahr 2027: Neben dem Technologietransferpreis wird die IHK Braunschweig einmalig einen zusätzlichen Gauß-Preis vergeben. Dieser wird bundesweit ausgeschrieben und ist ebenfalls mit 10.000 Euro dotiert.
Für einen inspirierenden Impuls sorgte anschließend der bekannte Moderator und Comedy-Entwickler Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser mit seinem Vortrag „Keine Angst vor neuen Ideen“. Mit Humor und persönlichen Erfahrungen zeigte er, wie wichtig Mut, Kreativität und Offenheit für Innovationen sind.
Neu in der Jury
Darüber hinaus wurden im Verlauf des Abends die Mitglieder der Jury vorgestellt und für ihr Engagement im Bereich Innovation und Technologietransfer gewürdigt. Neu in der Jury ist Prof. Dr. Ina Schiering, Vizepräsidentin für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Ein weiterer Höhepunkt war der Talk „Wo alles begann!“, in dem Dr. Sebastian Röthele, Geschäftsführer der Sympatec GmbH, auf die Anfänge des Technologietransferpreises zurückblickte. „Die Auszeichnung vor 40 Jahren war für Sympatec und die TU Clausthal ein wichtiger Impuls, wissenschaftliche Innovation konsequent in industrielle Anwendungen zu überführen. Dass wir heute auf diese Anfänge zurückblicken können, zeigt, wie nachhaltig erfolgreicher Technologietransfer wirken kann“, betonte Dr. Sebastian Röthele.
Ursprung und Kontinuität des Technologietransfers
Im Anschluss wurde Peter Peckedrath, Innovationsberater im Ruhestand der IHK Braunschweig und Mitorganisator der ersten Preisverleihung vor 40 Jahren, auf die Bühne geholt. Gemeinsam mit Röthele wurde er für seinen Beitrag zum Technologietransfer in der Region gewürdigt. Dr. Florian Löbermann betonte: „Beide stehen sinnbildlich für den Ursprung und die Kontinuität des Technologietransfers in unserer Region – ohne engagierte Persönlichkeiten zu Beginn und den stetigen Einsatz im weiteren Verlauf würde der Technologietransferpreis heute nicht das sein, was er ist. Die Verleihung des Technologietransferpreises in unserem IHK-Bezirk bietet der so bedeutenden Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft die notwendige Bühne, die sie für unsere Zukunft braucht.“
Beim anschließenden Get-together nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Die Veranstaltung machte erneut deutlich, welche Innovationskraft in der Region steckt und wie wichtig der Technologietransfer für die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft ist.

