„Burggasse“: Bausubstanz soll in geeigneter Form erhalten bleiben

6. Februar 2019
Nach der Forderung der CDU stellt die Stadt nun klar, dass es ohnehin die Absicht war, die historische Bausubstanz in geeigneter Form zu erhalten. Symbolfoto: Alexander Dontscheff
Braunschweig. „Die noch vorhandene denkmalgeschützte Substanz der Fassade des Gebäudes Schuhstraße zu dokumentieren und wenn möglich zu konservieren und in geeigneter Form der Nachwelt zu erhalten war und ist selbstverständlich die Absicht der Stadtverwaltung", schreibt die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung.

Dies stellt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer klar. Entsprechend verwundert sei er über die jetzt erhobenen Forderungen der CDU-Ratsfraktion. „Damit werden bei der Verwaltung offene Türen eingerannt“, betont Leuer. „Es ist doch klar, dass wir bei einem Projekt von dieser Dimension sehr genau darauf achten, dass historische Bausubstanz nicht einfach entsorgt wird. Es wird keine denkmalschutzrechtliche Genehmigung geben ohne die Auflage, historisch wertvolle Bestandteile zu sichern.“ Das gelte insbesondere für mittelalterliche Holzbalken mit Schnitzereien, die hinter der Fassadenverkleidung vermutet werden. Es sind viele Möglichkeiten denkbar, die authentischen historischen Zeugnisse zu erhalten und zugleich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, von der musealen Präsentation bis zur baulichen Integration an anderer Stelle. Leuer: „Da ist jeder Vorschlag willkommen.“

Keine Lösung des Denkmalschutz-Problems

Heinz-Georg Leuer. Foto: Archiv

Der Stadtbaurat macht aber zugleich deutlich, dass denkmalschutzrechtliche Fragen nicht durch ein schlichtes Umsetzen historischer Bausubstanz gelöst werden können. Leuer: „Der Verweis auf Beispiele aus Braunschweigs Stadtgeschichte, als es ein Denkmalschutzgesetz noch gar nicht gab, ist deshalb nicht zielführend.“ Die Fassade des Huneborstelschen Hauses wurde im Übrigen nicht erst 1955, sondern bereits 1901 von Ludwig Winter an den Burgplatz verlegt. Die anderen angesprochenen Beispiele – Gewandhaus-Portal und Renaissance-Portal am Martino-Katharineum – sind im bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg und damit unter ganz anderen gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen umgesetzt worden.

Behörden früh genüg informiert

Schließlich weist der Stadtbaurat den Vorwurf zurück, die Stadtverwaltung habe zu spät die Landesdenkmalschutzbehörden eingeschaltet: Leuer: „Das Gegenteil ist richtig.“ Bereits im Herbst 2017, unmittelbar nach Abschluss des Architektenwettbewerbs und weit vor einem konkreten Bauantrag, nahm die Verwaltung Kontakt mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege auf. Der Bauantrag wurde erst ein knappes Jahr später durch den Investor eingereicht.

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