Berlin. Fünf Jahre nach der Fluttragödie im Ahrtal fordert die Caritas von der Bundesregierung eine Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes.
Deutschland sei auf einem guten Weg, es könne und müsse aber noch viel besser werden, sagte der für die Katastrophenhilfe zuständige Caritas-Vorstand Oliver Müller dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Technische Warnsysteme etwa seien wichtig. "Aber eine Warn-App hilft nur begrenzt, wenn Menschen nicht wissen, was sie danach tun sollen", sagte Müller. Gleichzeitig mahnte er zur Vorsicht. Es gebe "viele weitere Orte in Deutschland, die vielleicht noch nicht wissen, dass sich auch dort eine Flut ereignen kann. Das ist die große Herausforderung, vor der wir stehen."
Insgesamt sei Deutschland wirksamer auf Großlagen dieser Art vorbereitet, analysierte der Experte. "Es gibt bessere Absicherungen und man hat natürlich eine wesentlich höhere Sensibilität dafür", sagte Müller. Es bestehe aber Nachholbedarf. "Aus der Erfahrung der Caritas muss Katastrophenschutz sozialräumlicher gedacht werden", sagte er. Dazu gehöre unter anderem die Frage, wie lange sich Pflegeheime, Kitas oder Schulen selbst versorgen könnten.
Informationsketten müssten funktionieren, "indem die Beteiligten der Hilfsstrukturen bereits vor einer Katastrophe miteinander sprechen", forderte Müller. Katastrophenschutz werde vor allem unter technischen Aspekten betrachtet, die Wohlfahrtsverbände würden zusätzlich eine wichtige soziale Komponente einbringen. Diese gelte es zu nutzen, da die staatlichen Hilfsorganisationen allein an ihre Grenzen kämen.
Caritas fordert Neuaufstellung des Katastrophenschutzes
Fünf Jahre nach der Fluttragödie im Ahrtal fordert die Caritas von der Bundesregierung eine Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes. Deutschland sei auf einem guten Weg, es könne und müsse aber noch viel besser werden, sagte der für die Katastrophenhilfe zuständige Caritas-Vorstand Oliver Müller dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".
Sandsäcke zum Hochwasserschutz (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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