Frankfurt/Main. Der Dax hat am Dienstagmittag bei seiner Rekordjagd etwas an Schwung eingebüßt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 26.100 Punkten berechnet, 0,4 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
In der mehrheitlich grünen Kursliste bildeten Fresenius Medical Care und Zalando die deutlichen Ausreißer nach unten. Die jüngst veröffentlichten Zahlen der beiden Konzerne konnten die Anleger offenbar nicht überzeugen.
"Während der Dax ein neues Rekordhoch erreicht, hinken SDax und MDax hinterher", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Das zeige, dass die neuen Dax-Hochs viel mit der Erwartung besserer internationaler Geschäfte und wenig mit der Hoffnung auf eine Besserung der konjunkturellen Lage in Deutschland selbst zu tun hätten. "SDax- und MDax-Investments wären lediglich die gleiche Art von konzentrierten, themenabhängigen Investments, die Anleger gerade versuchen, so weit wie möglich zu verringern."
"Ein guter Teil der Aufwärtsbewegung im Dax dürfte daher auf den Versuch globaler Anleger zurückzuführen sein, ihr Aktienmarktrisiko über die saisonal schwächeren Monate August und September durch eine möglichst breite Streuung zu verringern. Die Anleger haben die Gießkanne herausgeholt und die maximale Streuung zu ihrem höchsten Ziel auserkoren. Der Dax fährt im Fahrwasser dieses Trends mit. Trotz der bevorstehenden saisonal schwächeren Börsenmonate August und September wollen Anleger in Aktien investiert bleiben, scheuen aber jegliche Klumpenrisiken und konzentrierte Wetten auf einzelne Sektoren oder Länder."
"Vielerorts ist in den letzten 24 Stunden von einem neuen Dax-Rekordhoch zu lesen, aber die normalerweise mit einem solchen Anstieg verbundene Euphorie bleibt fast gänzlich aus. Volle Fahrt voraus gilt jedoch auch im Dax trotz neuem Rekordhoch nicht: Die Risiken im Nahostkonflikt sind zu groß und die Nachrichten widersprüchlich. Wird verhandelt oder nicht? Wie ernst sind die Gespräche? Wie nahe ist die nächste Eskalation? Niemand kann diese Fragen verlässlich beantworten. Entsprechend hoch bleibt die Skepsis am Markt", sagte Stanzl.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1510 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8688 Euro zu haben.
Der Goldpreis ließ leicht nach, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.050 US-Dollar gezahlt (-0,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 113,12 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 85,77 US-Dollar, das waren 2,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Dax-Rekordjagd büßt am Mittag etwas an Schwung ein
Der Dax hat am Dienstagmittag bei seiner Rekordjagd etwas an Schwung eingebüßt.
Frankfurter Börse | Foto: via dts Nachrichtenagentur
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