Braunschweig. Die Elektrobusflotte der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) kann jetzt im Stadtgebiet auf neue Ladepunkte zugreifen. Die neue Infrastruktur wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Stellvertretend für alle neuen Ladepunkte – fand die Eröffnung mit Oberbürgermeister Thorsten Kornblum und Wolfenbüttels Stadtbaurat Klaus Benscheidt in der Wilhelmstraße statt.
Wie die BSVG in einer Pressemitteilung berichtet, stehen Ladepunkte an drei Orten im Netz zur Verfügung: zwei an der Endhaltestelle „Eutschenwinkel“ in Leiferde, einer am Bahnhof Wolfenbüttel sowie ein Ladepunkt an der Wilhelmstraße. Zusätzlich wurde ein baugleicher Ladepunkt auf dem Busbetriebshof Lindenberg errichtet.
Braunschweig und Wolfenbüttel profitieren
„Der Ausbau der Elektromobilität ist ein zentraler Baustein für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt. Mit der neuen Ladeinfrastruktur stärkt Braunschweig seinen öffentlichen Nahverkehr und macht einen weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Klimaschutz und Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger“, betont Kornblum.
Der Wolfenbütteler Stadtbaurat Benscheidt ergänzt: „Dieses Projekt zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg ist. Gerade auf der stark frequentierten Verbindung der Linie 420 zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel profitieren beide Städte von einer gemeinsamen, zukunftsfähigen Infrastruktur für den klimafreundlichen ÖPNV.“
Während der Wendezeiten aufladen
Bisher haben alle Braunschweiger E-Busse im Depot geladen. Die neuen Ladepunkte ermöglichen es den Elektrobussen nun auch, während regulärer Wendezeiten Energie nachzuladen. Im Regelfall stehen dafür 20 bis 30 Minuten zur Verfügung. Dabei können pro Ladevorgang bis zu 150 kWh nachgeladen werden. Selbst unter anspruchsvollen Winterbedingungen mit Tagesdurchschnittstemperaturen unter 0 Grad Celsius entspricht dies einer zusätzlichen Reichweite von rund 50 Kilometern.
An den Ladepunkten sind Ladeleistungen von bis zu 300 kW möglich. Die tatsächliche Leistung variiert je nach Standort und vorhandener Netzsituation. Während die BSVG am Standort Eutschenwinkel eine eigene Trafostation errichtet hat und dort an das Mittelspannungsnetz angeschlossen ist, erfolgen die Anschlüsse an den Standorten Wilhelmstraße und Bahnhof Wolfenbüttel über das Niederspannungsnetz.
Im Linienbetrieb können die 18 Gelenkbusse vom Typ eCitaro G von Daimler Buses der BSVG-Flotte die Lademöglichkeit nutzen. Diese Fahrzeuge haben einen Stromabnehmer, den sogenannten Pantographen, auf dem Dach montiert. Fährt der Bus unter den Mast, kann der Pantograph ausgefahren werden und den Strom abnehmen.
„Für uns als Verkehrsunternehmen bedeutet das Gelegenheitsladen im Linienbetrieb einen echten Effizienzgewinn“, erklärt Jörg Reincke, Geschäftsführer der BSVG. „Wir können die Fahrzeuge gezielt während der regulären Standzeiten nachladen und so Reichweiten optimal nutzen, ohne zusätzliche Fahrzeuge vorhalten zu müssen. Gleichzeitig erhöhen wir die Verfügbarkeit unserer Elektrobusse und machen den Betrieb insgesamt resilienter.“
Derzeit laufen noch Schulungen für Fahrerinnen und Fahrer im Umgang mit der neuen Ladeinfrastruktur. Nach Abschluss dieser Schulungen können die entsprechend qualifizierten Fahrerinnen und Fahrer die Pantographen-Ladepunkte regulär im Linienbetrieb nutzen.
Infrastruktur für 1,6 Millionen Euro
Die Kosten für Planung, Bau und Vorbereitung der Infrastruktur lagen bei etwa 1,6 Millionen Euro. Das Projekt wird im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ mit insgesamt 570.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

