Teurer Badespaß am Fümmelsee - So viele Knöllchen hat die Stadt verteilt

Wer das Risiko von Bußgeldern meiden will, muss künftig wohl auf das Auto verzichten oder sich eine andere Badestelle suchen.

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Abkühlung finden die Wolfenbütteler im beliebten Fümmelsee. Doch der Badespaß wird derzeit getrübt.
Abkühlung finden die Wolfenbütteler im beliebten Fümmelsee. Doch der Badespaß wird derzeit getrübt. | Foto: Robert Braumann

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Wolfenbüttel. Das war ein sehr teurer Badespaß! Am Donnerstag hat die Stadt Wolfenbüttel unverblümt zugeschlagen und am Fümmelsee massenweise Knöllchen mit einem Verwarngeld in Höhe von 55 Euro verteilt. Wie viele genau, das wollte die Stadtverwaltung zunächst nicht beantworten. Auf Nachdruck von regionalHeute.de reichte man die Zahl dann schlussendlich aber am heutigen Dienstag nach.



So seien am 30. Juli im Bereich am Fümmelsee insgesamt 45 Verwarnungen für falsch abgestellte Fahrzeuge ausgestellt worden. "Da die Verwarnverfahren noch offen sind und sich aktuell in der Bearbeitung befinden, kann ich zu den Einnahmen noch keine Angaben machen", teilt Stadtsprecher Thorsten Raedlein mit. Geht man von den erhobenen 55 Euro aus, wie Leser gegenüber unserer Zeitung berichteten, könnte hier am Ende aber eine Summe in Höhe von 2.475 Euro zusammenkommen.

Parkplatz reicht nicht aus


Rechtlich dürfte die Situation sauber sein. Entlang der Landesstraße 614 dürfen im Bereich des Fümmelsees keine Fahrzeuge zum Parken abgestellt werden. Daran ändert auch nicht, dass die Kapazitäten des ohnehin klein bemessenen Parkplatzes des Naturbades Fümmelsee bei bombastischem Sommerwetter nicht ausreichend sind. Eher moralisch wäre das Vorgehen der Stadt Wolfenbüttel zu bewerten, denn dass hier so geparkt wird, wird seit Jahrzehnten wissentlich geduldet. So kritisieren es auch Leser gegenüber regionalHeute.de.

Doch der Ordnungsdienst der Stadt hat unter Bürgermeister Ivica Lukanic (parteilos) offenbar eine andere Gangart eingeschaltet. So berichtete Lukanic in der Vergangenheit, dass man bereits seit Anfang 2024 insgesamt schärfer kontrolliere – und das auch am Wochenende. So sagte der Bürgermeister im Juni 2025: "Die können natürlich nicht überall in der Stadt sein, aber ich will betonen, dass man sich nicht sicher sein kann, dass am Sonntag nicht doch ein Strafzettel verteilt wird."

Im April 2026 berichteten wir über einen anderen bemerkenswerten Fall, in dem der Ordnungsdienst der Stadt Wolfenbüttel nach Jahren der Duldung zugeschlagen hatte: "Park-Ärger in Wolfenbüttel: Anwohner wirft Stadt 'Bürger-Falle' vor".

Stadt Wolfenbüttel: "Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung"


Warum nun am Fümmelsee so eine Großaktion gefahren wurde, wirft Fragen auf. Für die Stadt scheint es jedoch Routine: „Unser Ziel dabei ist es nicht, Einnahmen zu erzielen. Vielmehr steht die langfristige Gewährleistung der allgemeinen Verkehrsordnung und Sicherheit im Mittelpunkt. Die Überwachung dient ausschließlich der Prävention und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“, teilte der Stadtsprecher mit. Den Besuchern empfiehlt die Stadt Wolfenbüttel an stark frequentierten Tagen, auf alternative Anreisemöglichkeiten auszuweichen: „Der Fümmelsee ist gut an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden und auch mit dem Fahrrad sicher und unkompliziert zu erreichen.“

Eine andere Lösung für Autofahrer ist hingegen nicht in Sicht. Wer nicht umsteigen und kein Bußgeld-Risiko eingehen will, muss den Fümmelsee daher wohl künftig meiden. Für die Stadt scheint jedenfalls klar, wer die Verantwortung trägt: "Ausschlaggebend für das ordnungswidrige Parkverhalten ist und bleibt jedoch das individuelle Fehlverhalten der Fahrzeugführer. Auf dieses Verhalten haben auch der Schwimmverein und die Stadt Wolfenbüttel nur bedingten Einfluss."