Wolfenbüttel. Im Landkreis Wolfenbüttel ist die Ganztagskoordination erfolgreich gestartet: Seit Februar hat das neu eingerichtete Koordinierungsbüro Ganztagsbetreuung seine Arbeit aufgenommen. Das Team, bestehend aus Melanie Specht und Theresa Scholz, übernimmt zukünftig die Koordinierung der verschiedenen Aktivitäten im Ganztagsschulbereich (Grundschule) und stellt die Ferienbetreuung im Landkreis Wolfenbüttel sicher.
Das Koordinierungsbüro wird im Rahmen des Programms „Ganztag in Bildungskommunen“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und des Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF Plus) gefördert. Der zugrunde liegende Förderantrag wurde mit Unterstützung durch Dr. Michael Strätz von der Wirtschaftsförderung im Landkreis Wolfenbüttel GmbH entwickelt und erfolgreich eingereicht.
Anspruch auf Ganztagsbetreuung startet
Hintergrund der Einrichtung ist das Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG): Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 sollen zunächst alle Schülerinnen und Schüler der ersten Klassenstufe einen Anspruch auf einen Ganztagsplatz haben. Dieser Anspruch wird in den nachfolgenden Jahren um jeweils eine Klassenstufe ausgeweitet bis einschließlich Klassenstufe 4. Der Rechtsanspruch für Kinder im Grundschulalter sieht einen Gesamtumfang von 8 Zeitstunden an 5 Werktagen pro Woche sowie maximal vier Wochen Schließzeit in den Ferien vor. Damit verbunden ist ein erheblicher Ausbau- und Koordinierungsbedarf.
Entwicklung gemeinsamer Strukturen
Das Koordinierungsbüro widmet sich insbesondere der strategischen Planung, Steuerung und Weiterentwicklung der Ganztagsbetreuung im Landkreis. Im Fokus steht dabei die aktive Unterstützung der schulischen Ganztagsangebote vor Ort sowie die koordinierende Vernetzung aller Akteure. Dazu gehört insbesondere, Angebote von Vereinen, Institutionen und weiteren Partnern systematisch zu erfassen, auszuwerten und zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig ermöglicht das Koordinierungsbüro, schulische und gesellschaftliche Akteure zusammenzubringen, Kooperationsprozesse zu initiieren und zu begleiten sowie die Entwicklung gemeinsamer Strukturen.
Ein weiterer wesentlicher Aufgabenbereich liegt in der qualitativen und strategischen Weiterentwicklung der Ganztagsbildung. Hierzu zählen die Durchführung von Ist-Analysen und Datenerhebungen als fundierte Planungsgrundlage, die Entwicklung von Qualitätskriterien und Leitlinien für eine verlässliche, kindeswohlorientierte Ganztagsbetreuung. Ziel ist der Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes und die Etablierung nachhaltiger Standards im Sinne einer hochwertigen Ganztagsbildung.
Fokus auf Ferienbetreuung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Planung und Organisation der Ferienbetreuung, um kommunale Ferienprogramme zu ergänzen und ein verlässliches, nachhaltiges Betreuungsangebot aufzubauen. Um die erste bedarfsgerechte Planung für die Herbstferien 2026 sicherzustellen, wurde ein Abfrageprozess gestartet. Die Eltern der zukünftigen Erstklässlerinnen und Erstklässler wurden kontaktiert, um ihren voraussichtlichen Betreuungsbedarf an das Koordinierungsbüro zu melden. Die eingehenden Rückmeldungen bieten eine zentrale Grundlage für die konkrete Ausgestaltung der Angebote und sind noch bis zum 17. Mai möglich.
Mitmachen erwünscht
Parallel dazu ist die Mitwirkung weiterer Akteure ausdrücklich erwünscht. Institutionen, Vereine sowie Träger der Jugendhilfe sind herzlich eingeladen, sich bei dem Koordinierungsbüro zu melden, wenn sie das Ganztagsangebot im Landkreis aktiv unterstützen und mitgestalten möchten. Das Koordinierungsbüro ist erreichbar unter: ganztagsbetreuung@lk-wf.de.

