Wolfsburg/Helmstedt. Im Waldgebiet Drömling zwischen Danndorf und Grafhorst im Landkreis Helmstedt sowie Vorsfelde und Wendschott im Stadtgebiet Wolfsburg kommt es aktuell zu einem ungewöhnlich starken Auftreten des Eichenprozessionsspinners (EPS). Das Forstamt Wolfenbüttel der Niedersächsischen Landesforsten weist dazu mit Warnschildern an mehreren Waldeingängen auf die mögliche Gefahr hin.
Bis voraussichtlich Ende August sind die Eichenprozessionsspinner (EPS) in ihrem Raupenstadium unterwegs, was im Drömling in diesem Jahr in ungewöhnlich hoher Anzahl geschieht. Die für die Raupen dieses Falters namensgebende Prozession ist an Eichenbäumen, auf dem Waldboden, auf Wegen und an Wegesrändern, insbesondere entlang des Katharinenbachs, zu beobachten. Das Forstamt Wolfenbüttel der Niedersächsischen Landesforsten stellte in den letzten Tagen an mehreren Waldeingängen zum Drömling Warnschilder auf, um die Erholungssuchenden auf die aktuelle Lage hinzuweisen und für die mögliche Gefahr zu sensibilisieren. Die Forstleute bitten alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher, diese Hinweise zu beachten und besonders aufmerksam zu sein.
Kontakt unbedingt vermeiden
Vor allem sollte der Kontakt mit den Raupen und Nestern vermieden werden. Darüber hinaus sollte beachtet werden, dass die Raupenhaare ihre Wirkung bis zu zwei Jahre beibehalten und selbst ältere Nester und der Waldboden unter befallenen Bäumen noch über längere Zeit gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Für den Waldspaziergang empfiehlt es sich nach Möglichkeit auf ein anderes Waldgebiet ausweichen, oder sich ausschließlich auf den befestigten Wegen aufhalten.
Mögliche gesundheitliche Beschwerden
Die möglichen gesundheitlichen Beschwerden werden durch den Kontakt mit den Brennhaaren der Raupen des Eichenprozessionsspinners ausgelöst. Diese feinen Brennhaare können bei Menschen Hautirritationen mit starkem Juckreiz oder Pusteln, Augenreizungen sowie Atembeschwerden auslösen. Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Brennhaare. Besondere Umsicht gilt deshalb auch für den Waldbesuch mit Hunden und Pferden, da es unter anderem zu schmerzhaften Reizungen der Schleimhäute, der Nase oder der Zunge kommen kann. Die Brennhaare können zudem im Fell der Tiere verbleiben und so an den Menschen weitergegeben werden.
Verhalten im Ernstfall
Wer mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte zunächst das Kratzen der betroffenen Stellen vermeiden, da die Haare so nur tiefer in die Haut gelangen. Anschließend ist die Kleidung möglichst rasch zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen. Zudem wird empfohlen sich mit kaltem Wasser – das lindert zusätzlich den Juckreiz – zu duschen und dabei die eigenen Haare gut auszuspülen. Bei Augenreizungen sind die Augen gründlich mit Wasser auszuspülen. Treten stärkere Beschwerden oder Atemnot auf, ist unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Bekämpfung nicht möglich
Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass es sich beim Eichenprozessionsspinner um eine in Mitteleuropa heimische Art und bei seinen möglichen Auswirkungen um eine waldtypische Gefahr handelt. Eine Bekämpfung ist im Wald in diesem Fall nicht möglich, da das betroffene Gebiet unter anderem im Naturschutzgebiet Südlicher Drömling sowie im FFH-Gebiet Drömling liegt. Umso wichtiger ist eine umsichtige Verhaltensweise aller Waldbesucher.
Die Landesforsten haben einen Überblick zum Eichenprozessionsspinner auf ihrer Homepage veröffentlicht.

