Gifhorn. Ein verunfallter Gefahrgut-Lkw hat am gestrigen Montagnachmittag einen umfangreichen Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren Behörden auf der Bundesstraße 4 zwischen der Abfahrt Wichelnförth und der Ortschaft Groß Oesingen ausgelöst, wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung berichtet. Gegen 16:20 Uhr meldete ein Verkehrsteilnehmer der Einsatzleitstelle einen verunfallten Lkw mit Gefahrgutladung im Straßengraben.
Aufgrund der ersten Meldung und eines vermuteten Austritts des transportierten Gefahrguts wurden neben der Ortsfeuerwehr Groß Oesingen auch zwei Gefahrgutzüge der Kreisfeuerwehr Gifhorn sowie weitere Kräfte des Rettungsdienstes zur Unfallstelle alarmiert.
Fahrer kann den Lkw rechtzeitig verlassen
Die ersten eintreffenden Feuerwehrkräfte fanden laut einer Pressemitteilung der Feuerwehr eine auf der Beifahrerseite im Straßengraben liegende Sattelzugmaschine mit Tankauflieger vor. „Der Fahrer des Lkw konnte seine Zugmaschine selbstständig verlassen. Gleichzeitig ergab unsere erste Erkundung, dass der Tankauflieger äußerlich unbeschädigt war und zunächst kein Austritt des geladenen Gefahrstoffes festgestellt werden konnte“, erläutert Gemeindebrandmeister Torsten Winter, der die Einsatzleitung übernahm.
Während von dem mit Gefahrgut beladenen Tankauflieger daher zunächst keine unmittelbare Gefahr ausging, war der Kraftstofftank der Zugmaschine durch den Unfall beschädigt worden. Dadurch trat Dieselkraftstoff aus. Die Ortsfeuerwehr Groß Oesingen stellte umgehend den Brandschutz sicher und leitete erste Maßnahmen zur Eindämmung und Aufnahme der auslaufenden Betriebsstoffe ein.
Die weiteren Maßnahmen übernahmen der Gefahrgutzug der Samtgemeinde Wesendorf mit Kräften aus Wesendorf, Wahrenholz und Pollhöfen. Mit speziellen Pumpen und Auffangbehältern begannen die Einsatzkräfte, den beschädigten Kraftstofftank der Zugmaschine kontrolliert leerzupumpen. Die Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung zwischen Einsatzleiter Torsten Winter und dem Zugführer des Gefahrgutzuges, Jens Goldenbogen.
Parallel dazu führten die Spezialkräfte des Gefahrgutzuges erneut Kontrollmaßnahmen am Tankauflieger durch. Dabei bestätigte sich, dass der mit synthetischem Dieselkraftstoff beladene Auflieger trotz des Unfallgeschehens unbeschädigt geblieben war und kein Gefahrgut austrat. Die Maßnahmen konzentrierten sich dann auf das Abpumpen der Betriebsstoffe aus der Zugmaschine, um eine sichere Bergung des Fahrzeugs zu ermöglichen und eine weitere Umweltgefährdung auszuschließen.
Der Gefahrgutzug aus der Stadt Gifhorn stand währenddessen auf einem nahegelegenen Betriebsgelände in Bereitstellung. Die Einsatzkräfte unterstützten die Arbeiten an der Einsatzstelle durch die Bereitstellung zusätzlicher Behältnisse zum Umpumpen der Betriebsstoffe. Danach konnten die Gifhorner Kräfte aus dem Einsatz entlassen werden.
Die Abpumparbeiten des Gefahrgutzuges aus der Samtgemeinde Wesendorf dauerten noch bis etwa 18:50 Uhr an. Im Anschluss übergab die Feuerwehr die Einsatzstelle an die Polizei. Die weiteren Maßnahmen wurden durch die Polizei in Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn, der zuständigen Straßenmeisterei sowie dem betroffenen Speditionsunternehmen koordiniert.
B4 war voll gesperrt
Die Bundesstraße 4 war während des Feuerwehreinsatzes voll gesperrt und blieb auch für die weiteren Bergungsmaßnahmen zwischen der Abfahrt Wichelnförth und der Ortschaft Groß Oesingen gesperrt. Eine entsprechende Umleitung wurde eingerichtet. Nach Abschluss der Bergungsmaßnahmen durch eine Fachfirma wurde die Sperrung aufgehoben.
Der Fahrer des Lkws wurde durch den Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Angaben zu seinem Gesundheitszustand sowie zur Unfallursache und Höhe des entstandenen Sachschadens, können seitens der Feuerwehr nicht gemacht werden. Die Polizei hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen.
Insgesamt waren rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit Unterstützung des Rettungsdienstes, der Polizei und der Straßenmeisterei sowie Vertretern der unteren Wasserbehörde im Einsatz.

