Gifhorn. Der DRK Kreisverband Gifhorn wird seine beiden Kleidershops schließen. Die Abwicklung an den betroffenen Standorten erfolgt schrittweise. Das verkündet der Kreisverband in einer Pressemitteilung.
"Mit dieser Entscheidung reagieren wir auf tiefgreifende Veränderungen im Bereich der Altkleiderverwertung sowie auf wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen, die einen langfristig tragfähigen Betrieb der Einrichtungen nicht mehr ermöglichen", so das DRK.
Keine nachhaltige Lösung gefunden
Der Entschluss sei nach sorgfältiger Prüfung und intensiven Beratungen getroffen worden. In den vergangenen Monaten wurden verschiedene Optionen untersucht, um die Kleidershops weiterhin betreiben zu können. Dabei wurden sowohl alternative Trägermodelle als auch Möglichkeiten einer ehrenamtlichen Fortführung betrachtet. Trotz dieser Bemühungen konnte keine nachhaltige Lösung gefunden werden, die den Fortbestand der Angebote unter den gegebenen Rahmenbedingungen sichergestellt hätte.
„Die Schließung der Kleidershops fällt uns nicht leicht. Die Einrichtungen waren über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil unseres sozialen Engagements im Landkreis Gifhorn. Umso mehr bedauern wir, dass die veränderten Rahmenbedingungen eine Fortführung nicht mehr zulassen“, erklärt der DRK Kreisverband Gifhorn. Insbesondere die Entwicklungen auf dem Altkleidermarkt hätten die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die Möglichkeiten zur Verwertung und Weitergabe von Textilien seien spürbar zurückgegangen.
Anforderungen an Sammlung erhöht
Gleichzeitig hätten gesetzliche Neuerungen, unter anderem im Zusammenhang mit den seit Anfang 2025 geltenden Regelungen zur getrennten Sammlung von Alttextilien, die Anforderungen an Sammlung, Sortierung und Weiterverarbeitung erhöht. Wegfallende Verwertungswege und steigende Kosten erschwerten vielerorts den Betrieb entsprechender Angebote.
Hinzu komme die zunehmende Zweckentfremdung von Altkleidercontainern. Immer häufiger würden diese zur Entsorgung von Müll und anderen nicht verwertbaren Gegenständen genutzt. Dadurch sei ein erheblicher zusätzlicher Aufwand für Sortierung und Entsorgung entstanden. "Vor diesem Hintergrund hatten wir unsere Altkleidercontainer bereits Mitte 2025 zurückgebaut", so das DRK.
Beschäftigte müssen gehen
Die Schließung der Kleidershops sei auch für die Beschäftigten mit Veränderungen verbunden. Der DRK Kreisverband Gifhorn steht hierzu im engen Austausch mit den betroffenen Mitarbeitern. Ziel sei es, gemeinsam sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln und die Auswirkungen der Schließung bestmöglich abzufedern.
Unabhängig von der Schließung bleibe die Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen ein zentrales Anliegen des DRK Kreisverbandes Gifhorn. Entsprechende Alternativen würden weiterhin bestehen, unter anderem durch ehrenamtlich geführte Angebote wie die DRK-Kleiderkammer in Leiferde sowie durch andere Organisationen betriebene Einrichtungen, wie das „Kaufhaus Aller“ in Gifhorn, und der „Familienladen mit Herz“ in Gifhorn-Gamsen.

