Leiferde. Wenn Menschen in einer Notsituation füreinander da sind, ist das nicht selbstverständlich. Für ihre außergewöhnliche Hilfsbereitschaft während eines Wohnhausbrandes am Himmelfahrtstag bedankte sich die Feuerwehr der Samtgemeinde Meinersen jetzt bei einer Familie aus Leiferde. Das berichtet die Feuerwehr der Samtgemeinde Meinersen in einer Presseinformation am heutigen Donnerstag.
Es war der Abend des Himmelfahrtstages: Durch einen Küchenbrand in der Stettiner Straße in Leiferde mussten zwölf Bewohner – darunter mehrere Kinder - fluchtartig ihr Haus verlassen. Während zwei von ihnen bis zum Eintreffen der Feuerwehr versuchten, der Flammen Herr zu werden, und sich dabei Verletzungen zuzogen, sammelten sich die anderen Bewohner zunächst auf der Straße und dann unter dem Carport eines Nachbarn. Für die eintreffenden Teams von Rettungswagen und Notarzt bedeutete es, zunächst einen Platz zu finden, an dem die Personen sicher untersucht werden können. Und hier kam Familie Lauer zur Hilfe.
Selbstlose Hilfe für Einsatzkräfte und Betroffene
Völlig selbstlos und ohne zu zögern nahm sie die zehn Personen, sowie Mitarbeiter von Rettungsdienst und Polizei, in ihrer Wohnung auf. „So ein selbstloses Verhalten habe ich in meinen vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit noch nicht erlebt, das hat uns den Rücken freigehalten“, so Sebastian Lehmann, Einsatzleiter der Feuerwehr. Gemeinsam mit der Samtgemeindebürgermeisterin Karin Single besuchte er jetzt die Familie, um sich für diese großartige Tat zu bedanken. „Sie haben gezeigt, dass sich Menschen füreinander einsetzen können. Dafür möchten wir einfach Danke sagen“, so die Samtgemeindebürgermeisterin. „Unseren ehrenamtlichen Einsatzkräften haben sie eine große Last abgenommen.“
Für die Feuerwehr bedeutete das, dass sie sich auf die Löscharbeiten konzentrieren konnte. „Alternativ hätten wir wahrscheinlich die Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes alarmieren müssen, um hier einen extra Behandlungsplatz aufzubauen“, so der Einsatzleiter weiter. „Wir haben doch nur unsere Tür aufgemacht“, zeigt sich Vera Lauer bescheiden. „Wir haben selbst drei Kinder, da war es für uns selbstverständlich, dass wir hier in der Nachbarschaft helfen.“
Wohnzimmer wurde zur Anlaufstelle
Und aus dem Wohnzimmer wurde viel mehr als nur ein Aufenthaltsraum für die Großfamilie aus der Nachbarschaft. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes konnten die Personen untersuchen, die Polizei ihre Fragen an sie richten. Für die Kinder gab es Spielzeug und Kinderbücher, mit denen sie sich von dem Erlebten ablenken konnten. Und auch Hygieneartikel wie Windeln für die Kleinkinder waren vorhanden. Die Lauers sind selbst Polizisten und kennen aus ihrer beruflichen Erfahrung, was es bedeutet, schnell so viele Menschen unterbringen zu müssen.
Große Solidarität in Leiferde
Durch das Feuer ist das Haus der Familie unbewohnbar geworden. „Wir haben die Großfamilie später am Abend noch ins Feuerwehrhaus gebracht und von dort ging es dann in eine Unterkunft nach Gifhorn“, so Lehmann. Er lobte auch die überwältigende Resonanz der Leiferder: „Bereits in der Nacht wurde in verschiedenen Gruppen die Hilfe mit Kleidung organisiert, die Familie hat nach meinen Informationen in einem Ferienhaus in Leiferde eine Bleibe gefunden, bis sie in das Haus zurückkann.“ Samtgemeindebürgermeisterin Karin Single hatte für die Familie einen Blumenstrauß sowie einen Gutschein eines ortsansässigen Geschäftes. „Da gibt es auch leckeres Bauernhofeis für euch“, betonte sie gegenüber den Kindern der Familie.

