Jembke. Am heutigen Mittwochmorgen kam es in Jembke (Samtgemeinde Boldecker Land) zu einem Dachstuhlbrand in einem Einfamilienhaus, bei dem die Feuerwehr durch entschlossenes Eingreifen eine Rauchgasdurchzündung sowie einen Flammenübergriff auf das gesamte Gebäude verhindern konnte. Das berichtet die Feuerwehr in einer Pressemitteilung.
Ein 53-jähriger Anwohner wurde demnach gegen 5:30 Uhr im Erdgeschoss seines Hauses zunächst durch einen unerwarteten Stromausfall aufgeschreckt. Noch während er der Ursache nachging, schlugen die Rauchmelder im Obergeschoss an und er bemerkte dort eine starke Rauchentwicklung. Der Bewohner reagierte umgehend, verließ das Haus und verständigte den Notruf.
Zimmerbrand hat sich zu Dachstuhlbrand entwickelt
Kurz danach trafen die ersten Einsatzkräfte des Löschzuges Ost ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der ursprünglich gemeldete Zimmerbrand bereits zu einem ausgedehnten Dachstuhlbrand entwickelt. Flammen schlugen aus einer Solarthermieanlage auf dem Dach und aus einem Obergeschosszimmer und dem angrenzenden Balkon. Die enorme Hitze ließ an der Vorderseite des Hauses zwei Fenster bersten und dichter Brandrauch stieg auch von dort auf.
Einsatzleiter Christian Eichenlaub aus Jembke alarmierte daraufhin den Löschzug West der Samtgemeinde Boldecker Land nach, um genügend Atemschutzgeräteträger zur Verfügung zu haben. Die Feuerwehr ging unter schwerem Atemschutz sowohl im Innenangriff als auch von außen mit einer Riegelstellung zum Nachbarhaus vor.
Besonders herausfordernd war im Innenangriff nicht nur die direkte Brandbekämpfung, sondern auch das konsequente Abkühlen der heißen Rauchgase, die sich im gesamten Obergeschoss gesammelt hatten. Dank des schnellen und koordinierten Handelns der Einsatzkräfte konnte eine Rauchgasdurchzündung verhindert und der Übergriff der Flammen auf das gesamte Gebäude gestoppt werden, berichtet Feuerwehrpressesprecher Michael Gose von der Einsatzstelle. Das Obergeschoss selbst wurde durch den Brand jedoch vollständig verrußt und an der Gebäuderückseite stürzte teilweise die hölzerne Dachkonstruktion ein.
Zur effektiven Bekämpfung der Glutnester im Dachbereich wurde zusätzlich die Drehleiter der Feuerwehr Gifhorn alarmiert. Mit Hilfe spezieller Einreißhaken konnten Teile des Daches vom Drehleiterkorb aus entfernt und die darunterliegenden Glutnester – insbesondere rund um Dachfirst und Schornstein – freigelegt und abgelöscht werden. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde im gesamten Obergeschoss die Restwärme mithilfe von Wärmebildkameras kontrolliert.
Das Haus in unbewohnbar
Das Einfamilienhaus ist bis auf Weiteres unbewohnbar. Die Polizei Gifhorn hat bereits vor Ort die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die LSW trennte das Haus zuvor vom Stromnetz.
Gegen kurz vor acht Uhr morgens waren die Nachlöscharbeiten abgeschlossen. Insgesamt waren über 80 Einsatzkräfte aller Feuerwehren der Samtgemeinde Boldecker Land vor Ort, dazu ein Rettungswagen aus Ehra, die Polizei Gifhorn, sowie die LSW. Die Feuerwehr Gifhorn rückte im Anschluss an die Löscharbeiten in Jembke direkt zu einem Folgeeinsatz im Morada Hotel Gifhorn ab, welcher sich glücklicherweise lediglich als Melderauslösung ohne ersichtlichen Grund herausstellte.
Aktuell laufen noch die Rückbaumaßnahmen an der Einsatzstelle in Jembke, ein Großteil der Kräfte konnte bereits aus dem Einsatz entlassen werden.

