Goslar. Damit will der Landkreis Goslar die Notfallversorgung der Bürger weiter verbessern: Mit der Einführung der Anwendung „Mobile Retter“ investiert die Kreisverwaltung rund 94.000 Euro in die Beschaffung eines kreisweiten Alarmierungssystems für Ersthelferinnen und Ersthelfer.
Es handelt sich laut einer Pressemitteilung des Landkreises um eine Smartphone-App des gleichnamigen Vereins „Mobile Retter“, in der sich qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer aus dem Landkreis Goslar registrieren können. Bei einem medizinischen Notfall, der eine Wiederbelebung notwendig macht, werden parallel zu dem Rettungsdienst auch die registrierten Ersthelferinnen und Ersthelfer über diese App in unmittelbarer Umgebung alarmiert, um vor Ort erste lebensrettende Maßnahmen einzuleiten, wie beispielsweise die Aufnahme beziehungsweise Weiterführung von Reanimationsmaßnahmen in Form einer Herzdruckmassage oder den Transport eines Defibrillators zum Einsatzort.
Überlebenschance steigern
Die telefonische Anleitung für Reanimationsmaßnahmen erfolgt in der Regel durch die Integrierte Leitstelle. Ziel sei es, durch die zusätzliche Alarmierung der Ersthelfer, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken und damit das sogenannte reanimationsfreie Intervall zu verkürzen. So soll die Rettungskette gestärkt und die Überlebenschance der betroffenen Personen verbessert werden.
Beschlossen wurde die Einführung einer derartigen App durch den Kreistag bereits 2024 einstimmig auf Antrag der CDU-Fraktion. Nach der Prüfung verschiedener Alternativen hat sich die App „Mobile Retter“ aufgrund der vielfältigen Funktionen wie auch der großen Reichweite, die sie bereits unter medizinisch qualifizierten Ersthelfern hat, als die am besten geeignete Anwendung erwiesen.
App-Alarmierung immer zusätzlich zum Rettungsdienst
„In einer Notlage zählt jede Sekunde. Unser Rettungsdienst hier im Landkreis Goslar leistet hervorragende Arbeit und ist schnell vor Ort, durch die Einführung der App gelingt es uns hoffentlich, den Zeitraum ohne Reanimationsmaßnahmen bei Herz-Kreislaufstillständen noch weiter zu verkürzen“, sagt Landrat Dr. Alexander Saipa. „Die Strukturen unseres Rettungsdienstes bleiben auch nach Einführung von ‚Mobile Retter“ unangetastet, das gilt natürlich auch für bestehende ehrenamtliche Strukturen. Die Alarmierung über die App erfolgt immer zusätzlich zum Rettungsdienst, niemals als Alternative. Ich bin zuversichtlich, dass es nach der Einführung hier im Landkreis Goslar viele Menschen gibt, die Teil dieses ehrenamtlichen Ersthelfernetzwerkes werden, und damit einen Beitrag dazu leisten, gemeinsam mit uns die Rettungskette weiter zu stärken.“
Der nächste Schritt für die Kreisverwaltung sieht nun vor, mit dem Anbieter „Mobile Retter“ einen Projektplan zu erarbeiten, der auch die konkrete Zeitplanung für die Ausrollung der Anwendung beinhalten wird.

