Für mehr Teilhabe: Soziale Organisationen veranstalten Aktionstag

Rund 500 Teilnehmer setzten gestern ein Zeichen für mehr Teilhabe und gegen Kürzungen im sozialen Bereich.

Am Ende der Veranstaltung bildeten die Besucherinnen und Besucher des Aktionstags eine Menschenkette als Zeichen der Verbundenheit.
Am Ende der Veranstaltung bildeten die Besucherinnen und Besucher des Aktionstags eine Menschenkette als Zeichen der Verbundenheit. | Foto: Lebenshilfe Goslar

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Goslar. Am gestrigen Donnerstagnachmittag fand auf dem Jakobikirchhof in Goslar der Aktionstag #Teilhabe ist Menschenrecht statt. Gemeinsam machten die Lebenshilfe Goslar, der Paritätische Niedersachsen sowie zahlreiche andere soziale Organisationen aus der Region auf die Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe aufmerksam. Gleichzeitig warnten die Organisatoren vor Rückschritten durch mögliche Kürzungen im sozialen Bereich, wie die Lebenshilfe Goslar e.V. in einer Pressemitteilung berichtet.



„Wir sind heute hier, um uns gemeinsam für mehr Teilhabe und Inklusion starkzumachen. Denn Teilhabe ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht“, so Lebenshilfe-Geschäftsführer Sven Dickfeld in seiner Begrüßungsansprache. „Dieses Recht ist aber in Gefahr, weil die derzeit diskutierten Sparpläne für viele Goslarer Bürgerinnen und Bürger sowie für ihre Familien teilweise gravierende Einschränkungen bedeuten würden. Denn was man nicht vergessen darf: Hinter jeder abstrakten Zahl steht das persönliche Schicksal eines Menschen“, so Dickfeld weiter.

Und Amina Yousaf, Geschäftsführerin des Kreisverbands Göttingen, Northeim und Goslar des Paritätischen ergänzt: „Deutschland hat sich der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Diese Verpflichtung steht nicht unter Haushaltsvorbehalt. Was jetzt unter dem Stichwort „effizienter Ressourceneinsatz“ diskutiert wird, muss sich daran messen lassen. Teilhabe ist kein freiwilliger Zuschuss, den man in guten Jahren gewährt und in schlechten streicht." Mit dabei waren auch Landrat Dr. Alexander Saipa, Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwertner sowie die Behindertenbeauftragte der Stadt Goslar, Andrea Simon, die jeweils ein Grußwort an die rund 500 Teilnehmer richteten.

Talkrunde mit Politikern


In den anschließenden Talkrunden sprachen Betroffene und ihre Angehörigen mit Politikerinnen und Politikern verschiedener Fraktionen über ihre persönlichen Situationen und ihre Sorgen angesichts der Sparpläne. Mit dabei waren Mathias Schlawitz (Bündnis 90/Die Grünen), Christoph Willeke (SPD), Lisa Lüke (SPD) sowie Peggy Plettner-Voigt (Die Linke).

Bühnenprogramm und Graffiti-Aktion


Zwischendurch sorgten ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm sowie zahlreiche Mitmachangebote für Unterhaltung. Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Schülerinnen und Schülern der Siebensteinschule sowie der Albrecht-Grimme-Gesamtschule, die gemeinsam eine deutsche Version von „This is me“ aus dem Film „The Greatest Showman“ und das Lied „Gute Laune“ von GroßstadtEngel sangen. Auch die Theaterflüsterer begeisterten das Publikum mit kurzweiligen Sketchen und sorgten für einige Lacher. Ein weiteres Highlight war eine Live-Graffiti-Aktion, bei der ein Fahrzeug der Lebenshilfe passend zum Aktionstag von Sprayern künstlerisch gestaltet wurde.

Infostände verschiedener Organisationen


An den Infoständen der Lebenshilfe Goslar, des Paritätischen, des Lukaswerks, des Tagestreffs Zille sowie des Betreuungsvereins konnten sich die Besucherinnen und Besucher außerdem über die Arbeit der jeweiligen Organisationen informieren und erfuhren, was die Kürzungspläne konkret für deren Klientinnen und Klienten bedeuten würden. Auch Schülerinnen der Realschule Goldene Aue nahmen am Aktionstag teil. Bei ihnen drehte sich alles um das Thema Gleichberechtigung und was dieses unter anderem für Menschen mit Beeinträchtigung bedeutet. Zum Abschluss sorgte eine Menschenkette für einen kurzen Gänsehautmoment. Die Botschaft war klar: Wir stehen zusammen für die Rechte von Menschen mit Unterstützungsbedarf ein.