Harz. Die drei Jungluchse, die in diesem Frühjahr von der Zuchtluchsin Rikki im Gehege des Nationalparks zur Welt gebracht wurden, sind verstorben. Eines der Jungen wurde kürzlich tot im Gehege entdeckt. Dieser Fund führte zu einer intensiven tiermedizinischen Untersuchung der beiden anderen, die aufgrund erheblicher angeborener Fehlbildungen, die ein Überleben ohne Leid unmöglich gemacht hätten, von einem Tierarzt eingeschläfert wurden. Darüber informiert der Nationalpark Harz in einer Pressemitteilung.
Für weitere Untersuchungen und zur genauen fachlichen Klärung der Ursachen arbeitet die Nationalparkverwaltung eng mit Tiermedizinern und Pathologen zusammen. Die Haltungs- und Aufzuchtbedingungen im großen Freigehege des Nationalparks sollen dem von internationalen Experten erstellten Protokoll zur Zucht von Luchsen für Wiederansiedlungsprojekte entsprechen. Die Tiere werden von einem erfahrenen Zootierpfleger betreut. Durch eine beauftragte Tiermedizinerin werde die tierschutzfachliche Aufsicht sichergestellt, und notwendige tiermedizinische Maßnahmen würden von erfahrenen Tierärzten durchgeführt.
"Ein großer Rückschlag für uns"
Dr. Roland Pietsch, Leiter des Nationalparks: „Das ist ein großer Rückschlag für uns, für die Erhaltung dieser faszinierenden und immer noch stark gefährdeten Tierart in Europa, sowie für meine Kolleg:innen, die sich mit so viel Engagement, Sachverstand und Erfahrung einbringen. Nun gilt es zunächst, zügig die Ursache zu ermitteln, insbesondere durch erweiterte Untersuchung der Zuchttiere, und daraus das weitere Vorgehen abzuleiten.“

