Goslar. In Hameln wird eine Frau an ein Auto gebunden und durch die Stadt geschleift, in Höxter quält und tötet ein geschiedenes Ehepaar Frauen – die Nachrichten über brutale Übergriffe auf das weibliche Geschlecht häufen sich.
Jetzt hat die Stadt Goslar vor dem Verwaltungsgebäude eine Fahne gehisst, die ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen soll. Sie beteiligt sich damit an einer bundesweiten Aktion der Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES gegen Gewalt und Diskriminierung an Frauen und für gesetzliche und gesellschaftliche Veränderungen. Seit 2001 zeigt die Organisation jährlich am 25. November im wahrsten Sinne des Wortes Flagge. Die Fahne symbolisiert dabei den internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“. Dieses Jahr lautet das Motto „Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen“.
Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation, die 2013 veröffentlicht wurde, zeigt: Weltweit erleiden etwa 35 Prozent aller Frauen körperliche Gewalt wie Prügel, Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung. Auch in Goslar sind die Fallzahlen rapide gestiegen. 2003 verzeichnete das Goslarer Netzwerk gegen häusliche Gewalt 57 gewalttätige Übergriffe. 2015 waren es bereits mehr als dreimal so viele Fälle häuslicher Gewalt: 181. Schutz finden die Betroffenen häufig nur, wenn sie woanders Unterschlupf finden – im Frauenhaus oder bei Freunden und Verwandten. TERRE DES FEMMES fordert deshalb ausreichend Schutzräume für Betroffene, unabhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus, Beeinträchtigungen oder Sprachkenntnissen.
Mit dem Hissen der Fahne möchte die Stadt Goslar dazu beitragen, auf die Problematik aufmerksam zu machen. Auch am Gebäude des AWO Sozialzentrums Goslar in der Bäringerstraße flattert auf Initiative von Frauenhaus und Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) eine Fahne im Wind. Unterstützung und Beratung bietet außerdem das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 -116 016, nicht nur für die Frauen selbst, sondern auch für Angehörige, Freunde und Bekannte. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich und in mehreren Sprachen möglich.
Goslar zeigt Flagge gegen Gewalt an Mädchen und Frauen
In der Charley-Jacob-Straße weht die Fahne als Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Foto (Stadt Goslar)
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