Goslar. Pünktlich zum 200-jährigen Bestehen des Friedhofs Hildesheimer Straße hat die Stadt Goslar eine neue Infotafel eingeweiht. Sie informiert Besucherinnen und Besucher künftig über die Geschichte der historischen Begräbnisstätte und lädt mit einem digitalen Rundgang dazu ein, bedeutende Grabstätten und Erinnerungsorte zu entdecken, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Die neue Infotafel befindet sich am Standort des ehemaligen Leichenhauses und bietet einen idealen Ausgangspunkt für einen Rundgang über den Friedhof. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Ihr besonderer Dank galt den Mitgliedern des Arbeitskreises – bestehend aus Vertretenden der Ratsfraktionen und Ratsgruppen, des Vereins Spurensuche Harzregion e. V., des Geschichtsvereins Goslar e. V., des Arbeitskreises Kultur, der städtischen Kulturverwaltung sowie dem Betriebshof Goslar – sowie denjenigen, die die Texte redaktionell begleitet und die digitale Umsetzung des Projekts ermöglicht haben. „Mit der neuen Infotafel wird ein Ort geschaffen, der Geschichte vermittelt, zum Erinnern einlädt und die Bedeutung des Friedhofs als Teil des kulturellen Erbes der Stadt Goslar sichtbar macht.“
QR-Code und Goslar-App bieten weitere Informationen
Dr. Christine Bauer, die das Projekt seitens der Stadt Goslar betreut hat, erläuterte die Entwicklung der Anlage, die nun über historische Mahnmale und Grabstätten prägender Goslarer Persönlichkeiten informiert. Ein integrierter QR-Code führt zu weiterführenden Informationen auf der Internetseite der Stadt Goslar und macht den Friedhof damit auch digital erlebbar. „Wer zudem die Goslar-App heruntergeladen hat und das Widget „Friedhöfe“ als hinterlegtes Miniprogramm aktiviert, kann auch hierüber Grabstellen suchen und die Friedhofstour „Erinnerungskultur“ starten“, gibt die Stadtverwaltung bekannt.
Projekt geht auf Ratsbeschluss von 2022 zurück
Die Realisierung der Infotafel geht auf einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2022 zurück. Anschließend wurde der Arbeitskreis „Erinnerungstafel Friedhof Hildesheimer Straße“ eingerichtet, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Stadtverwaltung sowie verschiedenen Vereinen und Institutionen gemeinsam die Inhalte erarbeiteten. Die Texte wurden nach intensiver Abstimmung beschlossen und bilden die Grundlage der nun eingeweihten Informationstafel.
Der Friedhof an der Hildesheimer Straße wurde im Jahr 1826 angelegt, nachdem die innerstädtischen Kirchhöfe aufgrund des Bevölkerungswachstums nicht mehr ausreichend Platz boten. Nach Plänen eines Architekten und Maschinenbauingenieurs aus der Familie Mühlenpfordt entstand nordwestlich der Altstadt eine moderne Begräbnisstätte mit klarer Wegeführung und einem zentralen Leichenhaus. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Friedhof nach Entwürfen des Landschaftsarchitekten Paul Freye erweitert und entwickelte sich zu einem parkähnlichen Gelände mit geschwungenen Wegen und altem Baumbestand.

