Goslar. Die Stadt Goslar treibt die Erstaufstellung der Kommunalen Wärmeplanung weiter voran. Im Rahmen einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung Ende Mai auf der Ratsdiele des historischen Rathauses wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand des Projekts informiert. Sie konnten sich zu Möglichkeiten klimafreundlicher Wärmeversorgung austauschen. Darüber berichtet die Stadt Goslar in einer Pressemitteilung.
Ziel der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) ist es, einen strategischen Weg aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 schrittweise treibhausgasneutral gestaltet werden kann. Die Wärmeplanung fußt dabei auf den Vorgaben des Niedersächsischen Klimagesetzes sowie des bundesweit gültigen Wärmeplanungsgesetzes.
Die bisherigen Ergebnisse
Im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung standen die Vorstellung der bisherigen Ergebnisse sowie ein Ausblick auf die nächsten Projektphasen. Dabei wurde deutlich, dass die zukünftige Wärmeversorgung in Goslar aus unterschiedlichen Bausteinen bestehen kann. Abhängig von örtlichen Gegebenheiten, wie zum Beispiel der Dichte der Bebauung oder der vorhandenen Infrastruktur, können beispielsweise Wärmenetze, Biomethan oder aber auch dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen sowie andere erneuerbare Energiequellen eine Rolle spielen.
Die Veranstaltung bot den Teilnehmern zudem Gelegenheit, Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen. Die Stadt bewertet den offenen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern als gelungen und als wichtigen Bestandteil des Planungsprozesses. Die eingebrachten Hinweise und Fragestellungen werden in die weitere Arbeit einbezogen. Aktuelle Informationen zum Projekt sowie weiterführende Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung stehen allen Interessierten auf der Internetseite der Stadt Goslar zur Verfügung.
Unterstützung durch Institut
Die Stadt Goslar hat die Erstaufstellung der Kommunalen Wärmeplanung im Rahmen einer gemeinsamen Ausschreibung mit anderen Kommunen des Landkreises Anfang 2024 auf den Weg gebracht. Nach erfolgter Ausschreibung und anschließender Beauftragung durch
die jeweiligen Kommunen, wird auch die Stadt Goslar seitdem vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) bei der Erstellung der KWP unterstützt.
Im bisherigen Prozess wurden umfangreiche Bestandsdaten zur Wärmeversorgung erhoben und analysiert, sowie Potenziale für erneuerbare Energien und alternative Wärmequellen untersucht. Die bereits abgeschlossene Bestands- und Potenzialanalyse bildet hierbei die datentechnische Grundlage aller weiteren Planungsschritte. In den kommenden Wochen werden die Erkenntnisse aus der Bestands- und Potenzialanalyse zu einem Zielszenario sowie einer Umsetzungsstrategie weiterentwickelt.
Bis Ende des Jahres
Die Fertigstellung der Kommunalen Wärmeplanung ist entsprechend der gesetzlichen Vorgaben bis Ende 2026 vorgesehen. Konkrete Entscheidungen für einzelne Gebäude oder Grundstücke werden durch die Wärmeplanung jedoch explizit nicht vorgegeben. Die Kommunale Wärmeplanung ist als ein langfristiger, strategischer Prozess zu verstehen. Sie schafft Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie die Energieversorger und bildet die Grundlage für zukünftige Investitions- und Infrastrukturentscheidungen. Für die Stadtverwaltung ist es wichtig, zu betonen, dass vor allem auch der soziale Aspekt in den Planungen Einzug findet.
