Goslar/Hahnenklee. Die Stadt Goslar hat gestern zum zweiten Mal ihren neu benannten Musikpreis „Der Goldene Ton – Musikpreis der Stadt Goslar“ verliehen. Preisträgerin ist die Singer-Songwriterin LEA. Ausgezeichnet wurde damit eine Künstlerin, deren Songs Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensmomenten begleiten, so die Stadt Goslar in einer Pressemitteilung.
Mit dem „Goldenen Ton“ würdigt die Stadt nicht nur musikalische Qualität, sondern ausdrücklich auch gesellschaftliche Haltung. Geehrt werden würden Künstlerinnen und Künstler, die mit ihrer Musik berühren und zugleich für Werte wie Offenheit, Vielfalt und Zusammenhalt einstehen. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner betonte in ihrer Ansprache: „LEA erreicht mit ihrer Musik viele Menschen – leise, eindringlich und authentisch. Gleichzeitig steht sie für Werte wie Offenheit, Vielfalt und Zusammenhalt. Sie macht einen Unterschied – und genau das zeichnet sie als Preisträgerin des Goldenen Tons aus.“
Kurz vor der Auszeichnung: Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (li.) begleitet die LEA (re.), Preisträgerin des „Goldene Tons – Musikpreis der Stadt Goslar“ in den Kursaal. Foto: Stadt Goslar
„Ein Talent, das man nicht erlernen kann, sondern haben muss“
325 Gäste aus Kultur, Politik und Öffentlichkeit nahmen an der Verleihung teil. Die Jury würdigte LEA bereits im Vorfeld als eine der prägenden Stimmen des deutschsprachigen Pop. Ihre Songs überzeugten durch Ehrlichkeit, emotionale Tiefe und große Nähe zum Publikum. Es gelinge ihr, persönliche Erfahrungen in universelle Geschichten zu verwandeln. Fachjuror Peter Plate formulierte in der offiziellen Begründung: „LEA besitzt eine dieser Stimmen, die nicht lärmen müssen, um gehört zu werden. Warm ist sie, zugewandt – wie eine Hand, die man im Dunkeln findet. Und doch kann sie mehr: Sie erzählt. Von allem, was das Leben uns manchmal zumutet und manchmal schenkt. Als Songwriterin findet sie Wörter, die schlicht wirken und dann überraschend tief fallen – ein Talent, das man nicht erlernen kann, sondern haben muss. Was LEA auszeichnet, ist auch ihr Mut, sich immer wieder auf anderes einzulassen. Sie öffnet Türen, probiert Wege aus, die nicht ausgeschildert sind, und tut das mit einer Leichtigkeit, die zeigt: Kunst bleibt nur lebendig, wenn man ihr etwas zutraut. Sie wagt Kollaborationen, die man nicht kommen sieht, und findet darin stets ihre eigene Melodie wieder. So verbindet LEA Wärme mit Wahrhaftigkeit und Offenheit mit Haltung. Und sie zeigt uns, dass Sanftheit auch Stärke ist. Dafür – und für vieles mehr – erhält sie den „Goldenen Ton“.“
„Eine große Ehre“
Im Rahmen der Zeremonie überreichte Schwerdtner den eigens gestalteten Ring sowie eine Urkunde. Zudem trug sich die Preisträgerin in das Goldene Buch der Stadt ein. Für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit erhielt LEA eine Baumpatenschaft im städtischen Projekt „MachMit!Wald“, das die Wiederaufforstung des Goslarer Stadtwaldes unterstützt. Im Anschluss enthüllte LEA ihren „Goldenen Ton“ an der Klanginstallation im Kurpark Hahnenklee und verewigte sich damit als zweite Künstlerin an diesem Ort. Die Preisträgerin zeigte sich sehr gerührt: „Vielen Dank für diese wundervollen Worte. Ich wurde heute mit so großer Herzlichkeit empfangen – danke dafür. Und ich habe noch nie erlebt, dass so viele Menschen mit so viel Liebe zum Detail etwas organisieren. Die Musik der Band hat mich total berührt – ich hatte richtig Gänsehaut. Heute ist ein ganz besonderer Tag für mich, mit nichts zu vergleichen, was ich bisher in meiner musikalischen Karriere erlebt habe. Es ist eine große Ehre, diesen Preis entgegennehmen zu dürfen und Teil einer Reihe so großartiger Künstlerinnen und Künstler zu sein. Dass meine Musik so viele Menschen erreicht und sie ihre eigenen Geschichten darin wiederfinden, bedeutet mir unglaublich viel.“
Ein Abend für die kulturelle Nachwuchsförderung
Der Festakt wurde von einem vielseitigen musikalischen Programm begleitet. Den Auftakt bildete das Werk „Wiener Praterleben“ von Siegfried Translateur. Es wird künftig fester Bestandteil der Preisverleihung sein und im Sinne der Erinnerungskultur an das musikalische Erbe verfolgter Künstlerinnen und Künstler erinnern. Im weiteren Verlauf präsentierten Musikerinnen und Musiker Medleys aus dem Repertoire der Preisträgerin. Die musikalische Gestaltung übernahm das Patrycjusz-Baumann-Trio mit Patrycjusz Baumann (Klavier), Ansgar Ruppert (Schlagzeug) und Bogdan Izdebski (Kontrabass), gemeinsam mit der Geigerin Maria Balajti.
Die Laudatio hielten Jan Schwartzkopff und Konstantin Macke vom Verein BühnenReif Goslar e. V.. In ihrem unterhaltsamen Wortwechsel hoben sie besonders LEAs Authentizität, ihre Bodenständigkeit trotz großen Erfolgs sowie die emotionale Tiefe ihrer Musik hervor, die eine unmittelbare und nachhaltige Verbindung zum Publikum schafft.
Damit wurde zugleich der Bezug zu einem lokalen Kulturprojekt hergestellt: Die Erlöse aus dem Benefizkonzert vor der beeindruckenden
Kulisse des mit 500 Plätzen ausgebuchten Kaisersaals der Kaiserpfalz Goslar der diesjährigen Preisträgerin fließen in die Musicalprojekte des Vereins. BühnenReif realisiert jährlich ein großes Musicalprojekt, das vollständig ehrenamtlich getragen wird und auf Spenden angewiesen ist. Insgesamt kam eine Spendensumme von knapp 4.000 Euro zusammen, um diese wertvolle Arbeit zu unterstützen. Die Stadt Goslar und der Verein „BühnenReif Goslar e. V.“ zeigen sich überwältigt von der großartigen Resonanz. „Wir danken allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich. Unser besonderer Dank gilt LEA, die all das mit ihrer Musik und ihrer Bühnenpräsenz überhaupt erst möglich gemacht hat“, so Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner.
