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Goslarer FDP fordert Bejagung von Wölfen



Goslar

Goslarer FDP fordert Bejagung von Wölfen

Die Wolfsbestände in Niedersachsen seien nicht nur eine Bedrohung für Weidetiere, sondern auch für Wildtiere.

Christian Rehse (FDP) bei einer Rede im Finanzausschuss der Stadt Goslar (Archivbild).
Christian Rehse (FDP) bei einer Rede im Finanzausschuss der Stadt Goslar (Archivbild). Foto: Marvin König

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Goslar. Mit der Änderung des Jagdgesetzes soll in Niedersachsen die Bejagung des Schalenwildes zum Schutz der Wälder und vor allem Wiederbewaldungsflächen verstärkt werden. Laut einer Pressemitteilung begrüßt die FDP diesen Schritt und weist auf einen eigenen Antrag zum Goslarer Forst hin. Kritik üben die Goslarer Liberalen daran, das in der Gesetzesänderung nichts über die Bejagung von Wölfen steht.



Bereits im Frühjahr hatten die Ratsmitglieder Nils Gehrmann (SPD) und Christan Rehse (FDP) für die Goslarer Forst bei der Neuplanung der ca. 500 ha Kahlflächen beantragt, die erforderlichen Bejagungsmöglichkeiten zum deutlichen Schutz der jungen Bäume stärker als bisher zu berücksichtigen.

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Die FDP Goslar kritisiert, dass die angekündigte Regulierung des Wolfes jedoch nicht in dem Entwurf von SPD und CDU steht. In Niedersachsen wird der Raubtierbestand auf mittlerweile 350 Wölfe geschätzt. Inzwischen bedroht der Wolf aufgrund seiner enormen Vermehrungsrate nicht nur Weidetiere, sondern landesweit auch die Wildbestände. Nach der von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBBW) zum Thema Wolf vorgelegten neusten Statistik wird regional die Haltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auf der Weide mittelfristig nicht mehr möglich sein. Im Jahr 2020 wurden bundesweit 3959 Weidetiere von Wölfen getötet. Eine jährliche Steigerung um 37 Prozent.

FDP fordert Regulierung von Wölfen


Nach Berechnungen des DBBW brauchen die Wölfe in Niedersachsen zirka 255.000 Kilogramm Fleisch, das entspricht jährlich etwa 10.000 Rehen. Die FDP Goslar fordert, dass die Wolfsbestände aktiv zu regulieren sind, wie es bei anderen Tierarten auch erforderlich ist. Völlig unverständlich ist angesichts der Erfolglosigkeit bei der bisherigen Wolfsregulierung das Verhalten der Grünen, die ausschließlich auf Herdenschutz und Weidetierprämie setzen und jeden Abschuss ablehnen. Die FDP kritisiert, dass angesichts der rasanten Vermehrung der Wolf weiterhin nach EU- und Bundesrecht unter Schutz steht und nur in Ausnahmefällen getötet werden darf. Trotz Erleichterungen bei dem Abschuss vor einem halben Jahr, ist die Gesetzeslage kompliziert.

Zur Recht fordern nach Ansicht von Ratsmitglied Christian Rehse die Landwirte, Hobbytierhalter und Schäfer hier ein klares Bekenntnis der Politik zum Schutz ihrer Tiere. Gerade bei den hauptberuflichen Schäfern hängt daran auch ihre weitere wirtschaftliche Existenz ab. Auch wenn im Harz der Bestand an Wölfen noch gering ist, fordert die FDP ein modernes Wildtiermanagement, das unter anderem die Bejagung von Wolf, Kormoran und Nutria klar regelt. Insbesondere der stetig wachsende Bestand des Wolfes und der Nutria wird ohne die Hilfe der Jägerinnen und Jäger als staatlich ausgebildete und geprüfte Natur­schützer nach wie vor erfolglos sein. Als Grundlage müssten regional verkraftbare Wolfsbestandsdichten, wie in vielen Ländern seit Jahren üblich, festgelegt werden. Wölfe, die Zäune überwinden und zu Schaden gehen, müssen ohne bürokratisches Antragsverfahren entnommen werden können.


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