Dieser 85-Jährigen wurde Fischhaut transplantiert

In der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt konnte Gisela Zimmermann geheilt werden.

Nur noch eine leichte Färbung deutet auf die ehemals große Wunde am linken Knöchel hin. V.l. Patientin Gisela Zimmermann, Wundexpertin Kristina Weißling, ltd. Oberarzt Oskar Dzumla
Nur noch eine leichte Färbung deutet auf die ehemals große Wunde am linken Knöchel hin. V.l. Patientin Gisela Zimmermann, Wundexpertin Kristina Weißling, ltd. Oberarzt Oskar Dzumla | Foto: Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt GmbH

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Helmstedt. Chronische Wunden können für Betroffene zu einer enormen Belastung werden – in der Gefäßchirurgie der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt stehen deshalb die Ursachenbehandlung und moderne Therapieverfahren im Mittelpunkt, die einer Patientin nun die Lebensqualität zurückgaben, wie die Klinik in einer Pressemitteilung berichtet.



Bei der 85-jährigen Gisela Zimmermann führte eine Kombination aus operativer Krampfaderbehandlung, chirurgischer Wundreinigung, Fischhauttransplantation und Vakuumtherapie zu einer vollständigen Heilung ihrer großflächigen chronischen Wunde. Drei Monate nach Behandlungsbeginn ist sie wieder schmerzfrei und mobil – rechtzeitig, um im Oktober ihren 86. Geburtstag und die Eiserne Hochzeit zu feiern.

Die Behandlung chronischer Wunden gehört zu den zentralen Aufgaben der Gefäßchirurgie der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt – und zwar in enger Zusammenarbeit mit dem Wundmanagement.

„Wir behandeln in unserer gefäßchirurgischen Abteilung seit Jahren erfolgreich chronische Wunden – sei es als Folge von Venenerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Lymphabflussstörungen oder Mischformen verschiedener Erkrankungen. Dabei therapieren wir zunächst immer die Ursache der Wunde und erst danach die Wunde selbst. Hierfür nutzen wir unterschiedlichste Methoden wie Eigenhaut‐ oder Kunsthauttransplantationen sowie auch Fischhauttransplantationen“, erläutert Chefarzt Olivier Böhm. Letztere Methode wurde auch erfolgreich bei Patientin Gisela Zimmermann eingesetzt.

Die Seniorin litt seit vielen Jahren unter ausgeprägten Krampfadern. Nach einem früheren Beinbruch entwickelte sich im Bereich der damaligen Operationsnarbe immer wieder eine schlecht heilende Hautstelle. Kleine Wunden entstanden, heilten zunächst ab und traten dann erneut auf. Mit der Zeit verschlechterte sich die Situation zunehmend.

„Bei einer chronischen Venenschwäche schließen die Venenklappen nicht mehr richtig. Das Blut staut sich in den Beinen, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus und es entstehen Schwellungen. In fortgeschrittenen Stadien können chronische Wunden entstehen“, erklärt Oskar Dzumla, Leitender Oberarzt der Gefäßchirurgie.

Nicht zu lange warten


Bei der 85‐Jährigen entwickelte sich schließlich im Bereich des Knöchels eine großflächige Wunde von etwa neun mal acht Zentimetern. „Die Schmerzen wurden immer stärker. Ich konnte kaum noch laufen. Aus der Wunde trat ständig Flüssigkeit aus, die sogar in meine Schuhe lief“, erinnert sich die Patientin. Erst auf Drängen ihrer Enkelkinder suchte sie ärztliche Hilfe.

„Viele Betroffene kommen leider erst sehr spät zu uns. Dabei können chronische Wunden schwerwiegende Infektionen verursachen – bis hin zur lebensbedrohlichen Sepsis“, warnt Wundexpertin Kristina Weißling. Bei Frau Zimmermann wurden zunächst die Krampfadern operativ entfernt, um die Ursache der Wundheilungsstörung zu beseitigen.

Fischhautmatrix aus Kabeljau


Im Anschluss wurde die Wunde chirurgisch gereinigt und mit einer speziell aufbereiteten Fischhautmatrix aus Kabeljau versorgt. Diese biologische Wundauflage dient als natürliches Gerüst für die körpereigene Geweberegeneration, unterstützt die Bildung neuen Gewebes und fördert die Heilung chronischer Wunden.

Zusätzlich erhielt die Patientin eine Vakuumtherapie. Durch einen kontrollierten Unterdruck werden Wundsekrete kontinuierlich abgeleitet, die Durchblutung verbessert und die Einheilung der Fischhautmatrix unterstützt.

Die Behandlung zeigte deutlichen Erfolg: Nach rund drei Monaten war die Wunde vollständig verheilt. Heute ist Gisela Zimmermann beschwerdefrei. „Mein Bein ist wieder glatt und ich habe keine Schmerzen mehr. Ich kann wieder deutlich besser laufen“, sagt sie. Zur langfristigen Stabilisierung trägt sie weiterhin medizinische Kompressionsstrümpfe.

Besonders freue sich die 85‐Jährige auf den kommenden Oktober: Dann feiert sie nicht nur ihren 86. Geburtstag, sondern gemeinsam mit ihrem Ehemann auch die Eiserne Hochzeit – 65 Jahre Ehe.