Schöningen. Auf Einladung von Landrat Gerhard Radeck kamen vergangene Woche zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kultur, Landesverwaltung, kommunaler Familie und regionaler Entwicklung im paläon Forschungsmuseum zusammen, um über die zukünftige Entwicklung des Standorts zu beraten. Darüber berichtet der Landkreis Helmstedt in einer Pressemitteilung.
Die Delegation des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur wurde dabei von Staatssekretär Prof. Joachim Schachtner angeführt. Ebenfalls vertreten waren unter anderem der seit 2025 neue Träger des Museums, die 3Landesmuseen Braunschweig, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, die Universität Tübingen, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Förderverein Schöninger Speere um IHK-Ehrenpräsident Dr. Wolf Michael Schmid sowie die Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH.
Forschung und Museum verknüpfen
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie die international bedeutende Forschungsstätte der Schöninger Speere künftig noch stärker mit einem modernen, nachhaltigen und besucherorientierten Museumsbetrieb verknüpft werden kann. Die Beteiligten verständigten sich dabei auf das gemeinsame Ziel, die weltweit einzigartige Fundstätte wissenschaftlich wie touristisch weiterzuentwickeln und zugleich ihre Bedeutung als außerschulischer Lern- und Erlebnisort nachhaltig zu stärken.
Vier zentrale Handlungsfelder
Im Rahmen des Gesprächs wurden vier zentrale Handlungsfelder identifiziert, die nun schrittweise bearbeitet werden sollen:
1. Die bauliche und technische Weiterentwicklung des Gebäudes zur Beseitigung bestehender Defizite und zur langfristigen Sicherung des Museumsbetriebs.
2. Die konzeptionelle Weiterentwicklung der Ausstellungsflächen, um die internationale Einzigartigkeit der Schöninger Funde noch stärker sichtbar und erlebbar zu machen.
3. Die stärkere Einbindung der Klima- und Umweltgeschichte in die museale Darstellung, da die besonderen klimatischen Bedingungen der damaligen Zeit eine wesentliche Grundlage für die weltbedeutenden Funde bilden.
4. Die qualitative und quantitative Weiterentwicklung der Marketing- und Kommunikationsaktivitäten, um neue Zielgruppen zu erschließen und die nationale wie internationale Sichtbarkeit des Standorts weiter auszubauen.
Gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet
Zur Konkretisierung der nächsten Schritte wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Institutionen zusammen und wird über den Sommer hinweg einen inhaltlichen Entwicklungs- sowie Finanzierungsfahrplan erarbeiten. Die Ergebnisse sollen anschließend dem erweiterten Teilnehmerkreis vorgestellt und in konkrete Umsetzungsschritte überführt werden. Dabei sollen ausdrücklich auch mögliche Förder- und Finanzierungsoptionen, unter anderem im Kontext der Strukturstärkungsmittel für das Helmstedter Revier, geprüft werden.
„Mit diesem Termin machen wir einen wichtigen ersten Schritt: Es gilt, das paläon Forschungsmuseum weiter voranzubringen und Gästen zu zeigen, was für ein faszinierender Ort hier zu entdecken ist. Seine internationale Bedeutung sollte deutlich sichtbarer werden. Gleichzeitig sollen Bildung, Forschung und Erlebnis noch enger miteinander verbunden werden. Ich freue mich sehr über die tatkräftige Initiative aus der Region und die breite Unterstützung aller Beteiligten“, so Staatssekretär Prof. Joachim Schachtner.
Den Erlebnischarakter stärken
„Das paläon ist nicht nur Forschungs- sondern auch Erlebnismuseum, so wurde es geplant und im Rahmen des Strukturwandels der Region auch finanziert. Diesen Erlebnischarakter wollen wir stärken. Es sollte ein touristischer Leuchtturm für die gesamte Region sein, der entsprechend Menschen anzieht und für Schöningen und den Landkreis begeistert. Dafür müssen wir vor allem mehr Marketing betreiben und der Landkreis Helmstedt ist hier weiterhin bereit, seinen Teil beizutragen“ , ergänzt Gerhard Radeck, Landrat des Landkreises Helmstedt.
Und Malte Schneider, Bürgermeister der Stadt Schöningen betont: „Das paläon und die Schöninger Speere sind weit mehr als ein archäologischer Fundort – sie sind ein Stück Weltgeschichte mitten in unserer Region. Unser gemeinsamer Anspruch muss es sein, diesen besonderen Ort wissenschaftlich exzellent, touristisch attraktiv und zugleich für kommende Generationen lebendig und erlebbar weiterzuentwickeln. Schöningen ist bereit, diesen Weg partnerschaftlich und mit großer Überzeugung mitzugehen.“

