Kritik an geplanter Skate-Anlage - Das sagt die Stadt Helmstedt

Laut eines Lesers drohe eine "ökologische Todesfalle" für Amphibien. regionalHeute.de bat die Verwaltung um Stellungnahme.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

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Helmstedt. Im Piepenbrink-Park in Helmstedt soll eine neue Skate-Anlage entstehen. Im März hatte die Stadt über eine Förderzusage des Landes berichtet. Doch es gibt auch Kritik an den Plänen. Die Redaktion erreichte ein Leserbrief, der eine "ökologische Todesfalle" für Amphibien befürchtet. regionalHeute.de fragte bei der Stadt nach dem Stand des Projektes und bat um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen.



Der Leser (Name ist der Redaktion bekannt) schreibt: "Als direkter Anwohner kenne ich die Geschichte dieses Areals genau: Der Grünflächenring wurde 1992 als zwingende ökologische Kompensationsfläche für das dortige Wohngebiet festgesetzt. In der damaligen Baugenehmigung wurde zudem ein strenger Schutz für die akut vom Aussterben bedrohte Rotbauchunke gefordert."

Fischfreie Pfützen


Obwohl schwere Planierraupen den Lehmboden damals massiv verdichteten, habe die Natur überlebt. Der Leser habe in den vergangenen Jahren selbst mehrfach lebende Rotbauchunken direkt am Lärmschutzwall und im angrenzenden Gartenboden gefunden. Durch die damalige Verdichtung hätten sich temporäre, fischfreie Pfützen gebildet – die exakten Pionierbiotope, die diese Unken zum Überleben brauchen.

Doch diese seien jetzt in Gefahr: "Eine 600 Quadratmeter große Ortbeton-Fläche inmitten dieser ausgewiesenen Naturstation zu gießen, ist eine ökologische Todesfalle. Amphibien trocknen auf glattem Beton innerhalb kürzester Zeit aus, zudem vertreiben die hochfrequenten Vibrationen der Skateboards die Tiere aus ihren Winterquartieren im Wall." Eine gesetzlich festgesetzte Naturschutzfläche dürfe nicht im Schnellverfahren für Fördergelder zubetoniert werden. "Ich fordere die Stadt auf, das Projekt an diesem Standort zu stoppen und die Skate-Anlage auf einer bereits versiegelten Alternativfläche im Stadtgebiet zu realisieren", so der Leser.

Das sagt die Stadt


Die Stadt erinnert auf unsere Anfrage zunächst an den bisherigen Prozess des Projektes. Das Vorhaben „Skatepark Helmstedt“ sei von Rat und Verwaltung über viele Jahre verfolgt worden. In Veranstaltungen und Workshops mit der jugendlichen Skateszene seien vorzugswürdige Anlagentypen sowie geeignete Standorte erörtert und untersucht worden, berichtet Erster Stadtrat Henning Konrad Otto.

Die jeweiligen Ergebnisse seien in zahlreichen öffentlichen Sitzungen der Fachausschüsse des Rates vorgestellt und diskutiert worden. Im Ergebnis dieses mehrjährigen Entscheidungsprozesses habe der Rat der Stadt Helmstedt am 9. Oktober 2025 schließlich in öffentlicher Sitzung den Standortbeschluss gefasst. Nach Einschätzung von Rat und Verwaltung sei der westliche Rand des Piepenbrink-Parks für einen öffentlichen Skatepark baurechtlich grundsätzlich geeignet und im Vergleich mit alternativen Plätzen der eindeutig vorzugswürdige Standort.

Nach dieser Entscheidung beantragte die Stadtverwaltung Fördermittel im Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“. Der Eingang einer Fördermittelzusage ermöglichte es der Stadt, das Planungsbüro mit der Bearbeitung der weiteren Planungen zu beauftragen.

Genehmigungsverfahren soll es klären


Doch was ist mit den vorgebrachten Vorwürfen? "Zwischenzeitlich liegt der Bauantrag vor. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden alle erheblichen rechtlichen Gesichtspunkte, insbesondere auch die aufgeworfenen umwelt- und naturschutzfachlichen Fragestellungen geprüft und entschieden", so Henning Konrad Otto abschließend.

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