Sie sind hier: Region >

Impfbuchaktion: Neue HPV-Impfempfehlung wird umgesetzt



Gifhorn

Impfbuchaktion: Neue HPV-Impfempfehlung wird umgesetzt


Symbolfoto: Pixabay
Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

Artikel teilen per:

Gifhorn. Eine Impfbuchaktion des Gesundheitsamtes in den Schulen berücksichtigt eine neue HPV-Impfempfehlung. Das geht aus einem kürzlichen Pressegespräch des Landkreises Gifhorn hervor. In einer Presseinformation berichtet der Landkreis über Impfquoten und eine neue Empfehlung.



Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst kontrolliert auf Basis des Infektionsschutzgesetzes jährlich die Impfbücher der Schülerinnen und Schüler der 6. und 9. Klassen aller Schulen im Landkreis Gifhorn. Zusätzlich werden die Impfpässe im Rahmen der freiwilligen Untersuchung der 4. Klassen gesichtet.

Im Jahr 2017 erhielten 4.740 Schülerinnen und Schüler eine Broschüre über die öffentlich empfohlenen Kinderimpfungen, Informationen zu den Erkrankungen vor denen die Impfungen schützen sollen sowie einen aktuellen Impfkalender. 3.105 Impfpässe wurden eingesehen, entsprechend einer Gesamtbeteiligung von 66 Prozent. Anhand der vorgelegten Dokumente wurde der Impfstatus jeweils individuell beurteilt. Das Fehlen von Impfungen oder Auffrischungsimpfungen wurde den Eltern in Form einer schriftlichen Empfehlung mitgeteilt, mit der Bitte, sich zu diesen Impfungen von ihrem Kinder- beziehungsweise Hausarzt beraten zu lassen und den Impfschutz gegebenenfalls zu komplettieren.


Impfbereitschaft generell erfreulich hoch


Die Impfbereitschaft sei im Landkreis Gifhorn erfreulich hoch, insbesondere bei Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (fast 90 Prozent vollständig immunisiert) und Masern, Mumps, Röteln (97 Prozent). Damit sei die Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation, den zur Ausrottung von Masern nötigen Durchimpfungsgrad von 95 Prozent zu erreichen, im Landkreis Gifhorn erfüllt. Insgesamt sei die Impfquote der Schülerinnen und Schüler in unserem Landkreis zufriedenstellend.

HPV-Impfung bislang auf niedrigem Niveau



Lediglich die HPV-Impfung (Humane Papillomviren) der Mädchen der 6. und 9. Klassen liege mit 41 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Humane Papillomviren sind zu fast 100 Prozent für Gebärmutterhalskrebs bei Frauen verantwortlich, an dem jährlich etwa 4.600 Frauen in Deutschland erkranken. Bei Männern können diese Viren Penis- und Analkrebs, sowie Karzinome in der Mundhöhle und im Rachen hervorrufen und sind für die gutartigen, aber lästigen Feigwarzen verantwortlich. Die Übertragung erfolgt durch direkten Körperkontakt von Mensch zu Mensch und geschieht bei den krebsauslösenden Typen oft bereits beim ersten Sexualkontakt. Auch die Verwendung von Kondomen kann dies nicht sicher verhindern.

Erkrankungen sollen langfristig vermieden werden


Die effektivste Maßnahme gegen eine HPV-Infektion ist die prophylaktische Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung seit 2007 für Mädchen. Aufgrund der bundesweit niedrigen Impfquote konnte der erhoffte indirekte Schutz für Jungen nur in begrenztem Maße erreicht werden. Deshalb empfiehlt die STIKO nun seit Juni 2018 diese auch für Jungen, um langfristig tausende von Krebserkrankungen zusätzlich zu vermeiden.

Die Impfung gegen HPV wird im Alter von 9 bis 14 Jahren, möglichst vor dem ersten sexuellen Kontakt, durchgeführt. Fehlende Impfungen sollen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Das Gesundheitsamt wird die neuen Empfehlungen bei der nächsten Impfbuchkontrolle im Herbst/ Winter 2018 berücksichtigen und ruft zu einer regen Beteiligung auf.

Bei Fragen zum Thema Impfen steht Barbara Franke, Ärztin im Kinder- und Jugendärztlichen Dienst, im Gesundheitsamt Gifhorn telefonisch unter 05371 / 82-703 zur Verfügung.


zur Startseite