IWH: AfD-Regierung könnte Wachstum in Sachsen-Anhalt bremsen

Eine Landesregierung unter AfD-Führung könnte nach Einschätzung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) das Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt deutlich bremsen.

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IWH - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (Archiv)
IWH - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Halle. Eine Landesregierung unter AfD-Führung könnte nach Einschätzung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) das Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt deutlich bremsen. Allein eine ausländerfeindliche Rhetorik könnte bereits diesen Effekt auslösen, sagte IWH-Chef Reint Gropp der "Süddeutschen Zeitung".


"Fremdenfeindliche Politik ist schlecht für die Wirtschaft. Vorläufige Schätzungen zeigen, dass das Wirtschaftswachstum in Sachsen-Anhalt um etwa ein halbes bis ein Prozent pro Jahr sinken könnte", so Gropp. Der Ökonom sagte gleichzeitig, die Leute wählten die AfD ohnehin nicht aufgrund ökonomischer Sachargumente. Die Menschen dort wollten zurück in eine Welt, die es nie gegeben habe. "Eine ideale deutsche Welt mit nur Blauäugigen und Blonden auf der Straße, dem kleinen Tante-Emma-Laden in jedem Dorf und so weiter."

Gropp zufolge kommt das derzeitige Wachstum der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt durch Zuwanderung zustande - die Zahl deutscher Beschäftigter sei rückläufig, da mehr von ihnen in den Ruhestand gehen als nachkommen. "Wir können den Mehrwert, den Zuwanderer kreieren, nach bestimmten Jobs und Branchen sortieren", erläuterte Gropp. Dieser Mehrwert würde dann wegfallen. Er rechne damit, dass die derzeit leicht wachsende Wirtschaft in Sachsen-Anhalt in Folge eines AfD-Wahlsiegs schrumpfen würde.

Betroffen seien viele Branchen. "Anders als viele sagen und anders als im Bundesdurchschnitt ist der Anteil von Ausländern in der Pflege in Sachsen-Anhalt relativ gering", sagte Gropp. Hoch sei der Anteil mit 33 bis 40 Prozent dagegen in der Lebensmittelherstellung, im Baugewerbe, in der Gastronomie und in der Logistik. Zudem würden rund 20 Prozent aller Ärzte aus dem Ausland kommen.

Gropps Institut hat die Entwicklung von Zuwanderung in Gegenden untersucht, in denen ausländerfeindliche Parteien an die Macht kamen - unter anderem Sonneberg in Thüringen, wo ein AfD-Landrat gewählt wurde, Großbritannien nach dem Brexit und einige norditalienische Gemeinden, in denen die Lega Nord regiert. "In den von uns untersuchten Gegenden hat die Zuwanderung abgenommen", sagte der Wirtschaftswissenschaftler der SZ. So etwas könne man dann auch in Sachsen-Anhalt erwarten.

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