Kurzurlaub in der eigenen Region: Neues Konzept blickt auf die Naherholung

Eine Befragung zeigt: Das schätzen die Menschen im „Braunschweiger Land“ an ihrer Region.

Die Menschen im Braunschweiger Land zählen das Wandern zu den beliebtesten Freizeitangeboten in der Region (Symbolfoto).
Die Menschen im Braunschweiger Land zählen das Wandern zu den beliebtesten Freizeitangeboten in der Region (Symbolfoto). | Foto: Pixabay

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Region. Mit dem Anspruch „Eine Region – ein Konzept für Naherholung und Tourismus“ ist der Regionalverband mit zahlreichen Akteuren aus dem Tourismus, aus den Kommunen und weiteren relevanten Institutionen im Januar 2025 gestartet. Jetzt liegt das gemeinsame „Regionale Naherholungs- und Tourismuskonzept für das Braunschweiger Land unter Einbeziehung des Landkreises Goslar“ vor.



Vor allem für die Flucht aus dem Alltag für ein Wochenende sei die Attraktivität der eigenen Region ein entscheidender Faktor für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung, betont der Regionalverband in einer Pressemitteilung. Auswärtige und Naherholungssuchende greifen oft auf die gleichen Strukturen und Angebote zu.

Touristen und Bewohner der Region zusammendenken


Dies führte zur Entscheidung im Regionalverband, ein gemeinsames Konzept für beide Gruppierungen zu entwickeln. „Uns war die Verknüpfung von Naherholung und Tourismus wichtig: Es macht einfach Sinn, die oft identischen Standortfaktoren zu stärken und Synergieeffekte zu nutzen“, begründet Verbandsdirektor Ralf Sygusch den neuen Ansatz. „Es sind dieselben Infrastrukturen, die Urlaubende und Erholungssuchende benötigen – etwa bei Ausflugszielen, dem ÖPNV, den Rad- und Wanderwegen, der Gastronomie sowie bei Kultur- und Freizeitangeboten. Außerdem sind beide Bereiche regionale Entwicklungsfaktoren – sowohl was den wirtschaftlichen Erfolg als auch die Lebensqualität anbetrifft.“

Das Gesamtkonzept liegt nach einjähriger Entwicklungsphase vor. Ein weiterer bedeutender Punkt in diesem Prozess: Viele unterschiedliche Beteiligte haben mitgewirkt. Die Bevölkerung wurde befragt, es fanden Workshops mit Wirtschaftsförderungen, kommunalen Vertretungen und Verbänden aus der ganzen Region statt. Touristische Zahlen (zum Beispiel zu Übernachtungen) wurden gesammelt und analysiert.

Dr. Alexander Schuler, Geschäftsführer des begleitenden Büros BTE Tourismus- und Regionalberatung, fand eine sehr heterogene Region vor: „Unterschiedlichste Landschaften, Städte und Gemeinden mit zahlreichen Akteuren in der Vermarktung und viel Luft nach oben in der Kooperation – das ist eine anspruchsvolle Ausgangslage. Die Ist-Analyse hat uns Stärken und Potenziale der Region, aber auch ihre Schwächen aufgezeigt.

Durch den breit angelegten Beteiligungsprozess konnten sich die Akteure der verschiedenen Teilregionen darauf verständigen, gemeinsam Chancen besser zu nutzen und Potenziale durch mehr interkommunale Zusammenarbeit zu heben. Außerdem wurden konkrete Maßnahmen entwickelt, mit denen bspw. auch Fördergelder vom Land Niedersachsen generiert werden können.“

"Braunschweiger Land" als gemeinsames Dach


Ein Kernelement des Konzepts ist das „Braunschweiger Land“ als gemeinsames Dach – sowohl für Tourismus als auch für regionale Naherholung. In drei intensiven Werkstätten mit jeweils mehr als 60 Teilnehmern aus Institutionen, Verbänden und lokalen Tourismusorganisationen wurde das gemeinsame Bild des Braunschweiger Landes entwickelt. Dabei wurde deutlich: Der Wunsch nach
stärkerer gebietsübergreifender Zusammenarbeit ist groß.

Naherholung und Tourismus als bedeutende Wirtschaftsfaktoren


Die Befragungsergebnisse zeigen, die Bewohner wüssten die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten der Region zu schätzen und nutzen sie auch schon sehr rege: Sie unternehmen rund 10,3 Millionen Ausflüge im Jahr ins Umland bis eine Stunde Fahrzeit. Am beliebtesten sind Ausflüge in die Natur oder Wandern und Spazierengehen in der Natur – mehr als 60 Prozent gaben dies an.

Die Analyse zeigt außerdem: Naherholung und Tourismus sind zentrale Wirtschaftsfaktoren der Region und bieten weiterhin großes Entwicklungspotenzial. Sie sichern tausende Arbeitsplätze und erzeugen eine hohe regionale Wertschöpfung. „Regionale Naherholung ist ebenso ein Wirtschaftstreiber wie moderner Tourismus: Kaufkraft wird vor Ort gebunden, die Standortqualität steigt und damit auch die
Identifikation mit der Region“, betont Sygusch.

Das Beherbergungsangebot konzentriert sich bislang vor allem auf die bekannten städtischen Tourismuszentren und den Harz. In anderen Teilen der Region – etwa im Landkreis Helmstedt, wo im ehemaligen Braunkohlerevier neue Räume für Naherholung und Tourismus entstehen sollen – bestehe derweil noch deutlicher Entwicklungsbedarf. Der Landkreis Goslar war nicht Teil der touristischen Betrachtungen, da er der Destination „Harz“ zugeordnet ist. Für die Naherholung spielt der Harz jedoch eine zentrale Rolle und zählt zu den wichtigsten Ausflugszielen der Bevölkerung.

Was braucht es für attraktive Naherholung und mehr Tourismus?


Laut Pressemitteilung des Regionalverbands zeige das Konzept: Die Akteure müssen sich künftig stärker vernetzen, enger zusammenarbeiten und das Braunschweiger Land gemeinsam vermarkten. Voraussetzung für die Förderkriterien des Landes Niedersachsen ist ein professionelles Destinationsmanagement mit klaren Organisations- und Finanzierungsstrukturen. Die einzelnen Teilregionen werden aber auch ihre Arbeit für ihre Angebote vor Ort fortsetzen und jeder für sich werben. Gemeinsam wollen sie an der Weiterentwicklung der Angebote, der Digitalisierung und der Infrastruktur (Erreichbarkeit, Netzabdeckung) arbeiten.

Anna Weyde, Leiterin der Abteilung Regionalentwicklung, sieht dabei eine wichtige Rolle des Regionalverbands: „Mit unserem Regionalplan sichern wir Grün- und Freiflächen und verfolgen eine nachhaltige Raumentwicklung. Dazu gehören Erholungsräume und Freizeitangebote wie die bereits vorhandene Rad-Rundtour Braunschweiger Land.“

Jörn Pache, Vorsitzender der TourismusRegion BraunschweigerLAND, betont: „Mit dem Tourismusverein haben wir eine gute Ausgangslage. Doch um weiter voranzukommen, ist dieses Konzept notwendig. Alle Beteiligten haben sich in dem Entstehungsprozess immer wieder in die Augen geschaut und verständigt. Das Konzept wird von allen getragen – und wir wollen die nächsten Schritte
gemeinsam umsetzen.“