Braunschweig. Der Braunschweiger Mode-Gigant New Yorker will, wie seit etwa einem Jahr bekannt ist, sich mit einem Neubau eines Lager- und Büro-Komplexes im Gewerbegebiet Waller See weiter vergrößern. Eine Rieseninvestition in den Standort Braunschweig also, die das Unternehmen dort tätigt. Dass es dadurch etwa ab 2030 zu mehr Liefer- und Pendelverkehr kommen wird, davon geht die Stadtverwaltung aus. Sie prüft derzeit Varianten, um dieses Verkehrsaufkommen bewältigen zu können.
Wie die Verwaltung in diesen Tagen den städtischen Ausschüssen für Mobilität und Tiefbau sowie für Planung und Hochbau mitteilt, geht es dabei um zwei Knotenpunkte: südlich der Knotenpunkt Hansestraße/A2 und nördlich der Knotenpunkt Hansestraße/Hafenstraße/A2. Die Stadt hatte dafür ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. Dieses sei jetzt zum Ergebnis gekommen: Der zu erwartende Verkehr wird mehr sein als bisher, könne aber grundsätzlich über diese Knotenpunkte abgewickelt werden. Sie müssten dafür jedoch ertüchtigt werden. Im Süden sei dafür statt der "aktuellen Vorfahrtsregelung eine Signalisierung des Knotenpunktes erforderlich", heißt es in der städtischen Vorlage. Eine Ampel könnte dort also den Verkehr regeln – Kostenpunkt: 300.000 Euro.
Im Norden gibt es zwei Varianten
Während sich der Verkehr also im südlichen Knotenpunkt relativ einfach und günstig in den Griff bekommen lässt, wird es im Norden etwas komplizierter. Dort seien bauliche Änderungen offenbar notwendig. In der Vorlage heißt es, es sei "eine bauliche Erweiterung oder ein Umbau des Knotenpunktes erforderlich." Dafür seien verschiedene Varianten möglich. Die Verwaltung hat aufgrund formaler Kriterien einige ausgeschlossen, sodass noch zwei Varianten übrig bleiben: der Ausbau des Knotenpunktes mit Spurerweiterung oder der Umbau zu einem Turbokreisverkehr mit Bypass. Letzteres gilt als hochgradig effizient – allerdings dürfte diese Variante deutlich teurer werden.
Zunächst zur einfacheren Variante: den Knotenpunkt auszubauen und um eine Spur zu erweitern. Dabei käme ein zweiter Geradeausfahrstreifen in der Hafenstraße und Hansestraße stadteinwärts hinzu. Die A2-Ausfahrtrampe würde zudem aufgeweitet werden – ein separater Linksabbiegestreifen käme hinzu. Diese Variante dürfte 2,5 Millionen Euro kosten, heißt es in der Schätzung der Verwaltung.
Turbokreisverkehr: Kosten werden auf 5,7 Millionen Euro geschätzt
Mehr als doppelt so viel kostet die zweite Variante: der Turbokreisverkehr mit Bypass. Hier schätzt die Verwaltung die Kosten auf 5,7 Millionen Euro. Dafür hätte das Gewerbegebiet aber eine hochmoderne und effiziente Kreuzungsanlage. Der Knotenpunkt würde dafür umgebaut werden. Der Turbokreisverkehr mit einer zweistreifigen Ausfahrt Waller See (wie im Bestand) und einer zweistreifigen Kreisfahrbahn zwischen Waller See und der A2‑Zufahrtsrampe wären das Ergebnis.
Diese zweite Variante würde wohl auch die Gemeinde Schwülper, auf deren Flächen 40 Prozent des Gewerbegebiets liegen, bevorzugen, "da sie weder Leistungsfähigkeit noch Belange des Radverkehrs in den Alternativen als ausreichend berücksichtigt sieht." Bei einer Vorstellung des Gutachtens sei zudem klar geworden, dass die Gemeinde im Landkreis Gifhorn davon ausgeht, dass die Stadt Braunschweig die Kosten für den Ausbau komplett tragen werde. Außerdem habe die Gemeinde wohl signalisiert, dass sie auch eine Brücke über den Mittellandkanal als zweite Zufahrt zum Gewerbegebiet perspektivisch als eine weitere Option ansehe.
Die Stadtverwaltung kündigt an, den politischen Gremien im Zuge der Haushaltsberatungen 2027/2028 einen Entscheidungsvorschlag vorzulegen. Bis dahin werde die Verwaltung die Pläne konkret ausarbeiten. In der Gemeinde Schwülper werde derweil bereits das Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt, auch wenn die Entscheidung über die möglichen Varianten noch aussteht.

