Braunschweig. Dass die Namen städtischer Quartiere auf ihre teils industrielle Vergangenheit hinweisen, hat sich inzwischen etabliert. In Braunschweig ist unter anderem seit Längerem vom Bahnhofsquartier die Rede. Dieses Langzeitprojekt hat noch einen weiten Weg vor sich. Etwas schneller gehen könnte es derweil mit dem Wohnungsbau in einem anderen Viertel, das einen "erfrischenden" Namen tragen soll: das Cola-Quartier.
Worum geht es dabei? Ihren Blick haben die Planer auf das Gelände der ehemaligen Coca-Cola-Abfüllanlage in der Alten Frankfurter Straße 181 nördlich der Wurmbergstraße gerichtet. Das relativ kleine dortige Gewerbegebiet grenzt an ein Wohnviertel in der Gartenstadt an. Direkt östlich davon verläuft die Autobahn 391.
Rat der Stadt muss über das Cola-Quartier entscheiden
Jedenfalls hat für diese ehemalige Cola-Abfüllstätte ein privater Projektentwickler jetzt eine Bauvoranfrage bei der Stadtverwaltung gestellt. Der Entwickler verfolgt das Ziel der Konversion, also der Umwandlung von gewerblicher Nutzung zu Wohnbebauung. Die Voranfrage liegt jetzt dem städtischen Ausschuss für Planung und Hochbau zur Beratung vor. Von dort geht der Antrag weiter in den Verwaltungsausschuss. Letztlich muss der Rat der Stadt darüber entscheiden.
Das ist im Cola-Quartier geplant
Was plant der Projektentwickler genau? Auf der ehemaligen Abfüllanlage sollen zwei neue Wohngebäude mit sage und schreibe 180 Wohneinheiten entstehen – davon sollen 75 Prozent dem sozialen Wohnungsbau entsprechen. Die beiden Gebäude sollen dabei die bisherige Haupthalle ergänzen. Diese bleibt bestehen – und zwar als zentrales Merkmal des Quartiers. Dazu schreibt das Planungsbüro in seiner Projektskizze: "Die denkmalgeschützte Lagerhalle wird nicht als städtebauliches Hindernis, sondern als identitätsstiftendes Herzstück und städtebaulicher Anker des gesamten Quartiers begriffen." Das Gebäude aus den 1950er Jahren besticht unter anderem mit seiner Sandsteinfassade und den prägnanten Bullaugenfenstern.
Die nicht denkmalgeschützten Gebäudeteile sollen derweil abgerissen werden. Zudem sei geplant, Bäume und Pflanzen anzupflanzen. Der Projektentwickler spricht von einem "hochgradig durchgrünten Wohnquartier". Insgesamt werde durch das Projekt die Versiegelung des Grundstücks von etwa 95 auf nahezu 65 Prozent reduziert, heißt es im Antrag. Außerdem plant der Investor dort einen Neubau einer Quartiersgarage mit 102 Stellplätzen.
Hohe Dichte an Wohneinheiten
Mit der hohen Dichte an Wohneinheiten leiste der Entwurf laut Beschreibungstext "einen wichtigen Beitrag zur städtischen Nachverdichtung und schont gleichzeitig durch seine kompakte Bauweise wertvolle Freiraumressourcen. Das übergeordnete Ziel ist die Symbiose aus historischer Identität, urbaner Dichte, maximalem Bezug zur Natur und sozialem Miteinander."
Der Beschluss, den der Rat fassen soll, sieht einige Vorgaben an den Projektentwickler vor – unter anderem sei sozialer Wohnungsbau zu berücksichtigen, Stellplätze müssen geschaffen, die Dächer begrünt und mit Photovoltaik bestückt werden – und es müsse soziale Infrastruktur bereitgestellt werden. All diese Punkte sind bereits in der Projektbeschreibung aufgegriffen.

