Peine. Peine Marketing erhält vom Land Niedersachsen eine Förderung in Höhe von 96.000 Euro für das neue Tourismusprojekt „Peine Steel Stories“. Die Förderquote liegt bei 80 Prozent. Peine Marketing gehört damit zu den ausgewählten zwölf Akteuren, die das Land im Jahr 2026 bei der Entwicklung digitaler und nachhaltiger Tourismusangebote unterstützt. Insgesamt werden dafür rund eine Million Euro bereitgestellt. Das berichtet die Peine Marketing GmbH in einer Pressemitteilung.
Die Förderung knüpft an die strategische Entwicklung Peines als Tourismusstandort an. Im Regionalen Raumordnungsprogramm des Regionalverbands Großraum Braunschweig ist die Kernstadt Peine als „Standort mit besonderer Entwicklungsaufgabe Tourismus“ ausgewiesen. Touristische Angebote sollen nachhaltig weiterentwickelt und dabei auch Klimawandel und Klimaanpassung berücksichtigt werden. Gleichzeitig sind Stadt und Landkreis Peine im neuen Tourismuskonzept des Braunschweiger Landes mit dem Schwerpunkt Industriekultur aufgenommen worden. Auch ist Peine aufgrund seiner besonderen Industriegeschichte Teil des touristischen Netzwerkes zeitORTE im Braunschweiger Land.
Authentisches touristisches Profil
Genau hier setzen die „Peine Steel Stories“ an. „Stahl und Industrie haben Peine, seine Menschen und das Stadtbild über Generationen geprägt. Das Projekt soll diese Geschichte an den Originalschauplätzen neu erzählen und dabei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden“, erklärt Anja Barlen-Herbig, Geschäftsführerin der Peine Marketing GmbH, den Ansatz. „Mit der Industriekultur besetzt Peine zugleich ein eigenständiges touristisches Profil zwischen den großen Nachbarn Hannover und Braunschweig – nicht als kleinere Alternative, sondern mit einem Thema, das authentisch aus der eigenen Geschichte und Identität gewachsen ist.“

Die Stahlproduktion hat Peine über Generationen hinweg geprägt – durch das Tourismusprojekt „Peine Steel Stories“ soll die Industriegeschichte der Stadt lebendig vermittelt werden. Foto: Motive der Collage: Stadtarchiv Peine
Wie hat Stahl die Stadt Peine geprägt? Wie haben die Menschen mit und von der Industrie gelebt? Und wie verändert sich ein Industriestandort auf dem Weg zu neuen, klimafreundlicheren Produktionsformen? Herzstück sind standortbezogene Augmented-Reality-Erlebnisse. Über Smartphone oder Tablet können an ausgewählten Orten historische Szenen und frühere industrielle Nutzungen digital sichtbar gemacht werden. Geplant sind 3D-Visualisierungen, Animationen und Audio-Geschichten ebenso wie interaktive Zukunftssimulationen. Inhaltlich reichen die Themen von „Stahl macht Stadt“ und „Arbeit & Leben“ über „Krise & Wandel“ bis zu „Stahl von morgen“.
Digitaler Stadtrundgang und Erlebnistouren
Ein weiterer Baustein ist ein digitaler Stadtrundgang. QR-Code-Stationen und spielerische Elemente sollen unter anderem Stahlskulpturen, historische Arbeiterquartiere, das Kreismuseum, Innenstadtorte, ehemalige Industrieflächen sowie heutige Produktions- und Innovationsorte miteinander verbinden und zu Entdeckungstouren per Smartphone durch die Industriegeschichte der Stadt einladen. Ergänzt wird das digitale Angebot durch geführte Erlebnistouren, beispielsweise zum Leben im Stahldorf oder zu den Stahlskulpturen im Stadtbild.
„Wir bauen auf einer Stärke auf, die diese Stadt unverwechselbar macht. Stahl und Industrie gehören zu unserer Identität. Mit den Steel Stories wollen wir zeigen, woher Peine kommt, wie sich der Standort verändert und wohin er sich entwickelt. So wird aus unserer Industriegeschichte ein modernes touristisches Erlebnis – für Gäste ebenso wie für die Menschen, die hier leben“, sagt Anja Barlen-Herbig. Die Steel Stories sollen regional und überregional vermarktet und perspektivisch auch für Business- und Incentive-Tourismus genutzt werden. Damit soll Industriekultur zu einem dauerhaft sichtbaren Bestandteil des touristischen Profils Peines werden. Für die Realisierung sind 18 Monate geplant – die Umsetzung startet 2027.

