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PIN gefilmt und Karten ausgelesen - Mehrere Fälle von "Skimming" in der Region



PIN gefilmt und Karten ausgelesen - Mehrere Fälle von "Skimming"

Die Polizei warnt vor dem Phänomen, das Täter im Bereich von Geldautomaten anwenden. Die Täter können dadurch teils sogar ein Duplikat Ihrer EC-Karte herstellen.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Anke Donner

Region. Die Polizei möchte die Bürger bei der Benutzung von Geldautomaten vor dem sogenannten "Skimming" warnen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Salzgitter-Wolfenbüttel-Peine hervor.



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In der letzten Zeit sind in Wolfenbüttel und Salzgitter mehrere Fälle von "Skimming" bekannt geworden. Die Polizei möchte anhand der folgenden Fälle die Benutzer von Geldautomaten sensibilisieren.



1. Fall: Bei einem in Wolfenbüttel im Harztorwall befindlichen Geldautomaten hatten die Täter am 12. Mai in der Zeit zwischen 8 und 14:30 Uhr eine Kamera am Geldautomaten montiert. Hiermit wäre es möglich, die Eingabe von PIN-Nummern aufzunehmen.

2. Fall: Bei einem weiteren Geldautomaten, der sich ebenfalls in Wolfenbüttel im Harztorwall befindet, hatten die Täter zwischen vorigem Montag und Mittwoch eine unbekannte Vorrichtung im Bereich des Kartenschlitzes montiert. Dieser wurde offensichtlich in der Absicht installiert, um die Daten der benutzten Geldkarten auszulesen.



3. Fall: Ein weiterer Tatort befindet sich in Salzgitter in der Straße Fischzug. An einem Geldautomaten hatten die Täter in der Zeit vom 5. bis 6. Mai eine Kamera installiert, um auch hier die vom Benutzer eingegebene PIN auslesen zu können. Weiterhin wurde in das Kartenlesegerät eine Platine eingesetzt, die es ermöglichte, die Kartendaten auszulesen.


Die Polizei macht aufmerksam


Die Polizei möchte die Bürger hierzu sensibilisieren und Tipps geben, damit möglichst niemand zum Opfer eines solchen Betruges wird. Der Begriff des "Skimming" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Abschöpfen". Bei dieser Masche sollen die elektronischen Kartendaten ausgelesen beziehungsweise ausgespäht werden, um später an das Geld der Kontoinhaber zu gelangen.

Daten ausgelesen, Karte dupliziert


Manipulierte Kartenlesegeräte werden von den Tätern am Geldautomaten installiert. Wenn der Kontoinhaber seine Bankkarte in das Lesegerät einschiebt, wird der Magnetstreifen durch das fremde Lesegerät ausgelesen. Mittels einer Kamera wird oft die eingegebene PIN abgegriffen. Mit den nunmehr erlangten Daten können die Täter Kartendubletten erstellen, mit denen ein Abheben von Bargeld möglich ist. Der Kontoinhaber merkt dann erst Tage später, dass von seinem Konto Bargeld abgehoben wurde. Zunehmend werden auch Kontoauszugsdrucker oder andere Terminals manipuliert.

Wie man sich schützen kann


Die Polizei rät, die Zugangsdaten sicher aufzubewahren. Sollte Ihnen etwas komisch an dem Automaten vorkommen, bittet die Polizei diesen nicht zu benutzen. Weiterhin rät sie, immer eine Hand über das Eingabefeld zu halten, wenn Sie mit der anderen Hand ihre PIN eingeben. Wenn Sie feststellen, dass Veränderungen an einem Automaten vorgenommen wurden oder andere unbekannte Gegenstände installiert wurden, sollten Sie die Polizei und die Bank informieren, heißt es in der Mitteilung. Nach außen befindliche Geldautomaten sollten gemieden werden, denn diese können häufiger manipuliert sein. Beim Betreten der Bank werde zu dem niemals eine PIN verlangt, auch hier bittet die Polizei zur Vorsicht.

Karte sperren und Anzeige erstatten


Bei Verdacht darauf, dass Ihre Karte ausgelesen wurde, werden Sie dringend gebeten, die Karte über den bundesweiten Sperrnotruf 116116 sperren zu lassen. In jedem Fall wird darum gebeten, sich zu informieren und eine Anzeige zu erstatten. In jedem Fall stehe die Polizei mit Rat und Hilfe zur Seite.


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