Berlin. Die verlängerte Rentenniveau-Haltelinie droht, allein in diesem Jahr Hunderte Millionen Euro mehr zu kosten. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf den Haushaltsausschuss berichtet, plant das Bundesarbeitsministerium in den kommenden Wochen eine außerplanmäßige Ausgabe zu beantragen. Diese Information sollen die zuständigen Haushälter in einer internen Runde im September erhalten haben. Es ist die Rede von Mehrkosten in Höhe von womöglich 400 Millionen Euro.
Die genaue Summe klärt sich noch, doch die Opposition ist alarmiert. "Die Bundesregierung verrechnet sich allein für dieses Jahr um Hunderte Millionen Euro, und in den kommenden Jahren dürfte es noch mehr werden", sagte Grünen-Haushälter Leon Eckert dem "Focus". So ein Fehler dürfe nicht passieren. Es gebe nur zwei mögliche Begründungen. Dem Ministerium sei ein grober Rechenfehler passiert oder das Parlament sei getäuscht worden, kritisierte der Abgeordnete.
Hintergrund der Mehrkosten ist die Festschreibung des Rentenniveaus bis 2031 bei 48 Prozent im ersten Rentenpaket - also die Verlängerung der sogenannten Haltelinie. Das Rentenpaket sah deswegen eine Art Erstattungsmechanismus vor, durch den der Bundeshaushalt die Mehrkosten trägt und nicht die Rentenversicherung. Allerdings ging man in der Regierung ursprünglich davon aus, dass dieser Mechanismus erst 2029 greifen wird und nicht schon ab 2026.
Das Arbeitsministerium wollte Fragen dazu nicht beantworten. Man äußere sich nicht zu laufenden Haushaltsverhandlungen, hieß es auf Anfrage.
Rentenhaltelinie kostet Hunderte Millionen Euro mehr
Die verlängerte Rentenniveau-Haltelinie droht, allein in diesem Jahr Hunderte Millionen Euro mehr zu kosten.
Mann sitzt in einem Rollstuhl im Pflegeheim (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur
Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?
Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen
