Salzgitter. Der Bergbau hat die Stadt Salzgitter über viele Jahrzehnte geprägt. Diese lange Tradition soll – jetzt, da keine Stollen mehr in Betrieb sind – nicht in Vergessenheit geraten. Dafür soll die Verwaltung unter anderem prüfen, welche Kosten entstehen, wenn sie an allen relevanten ehemaligen Bergbaustätten im Stadtgebiet und an den Orten der Grubenunglücke Gedenkstelen errichten würde.
Einem entsprechenden Antrag der Ratsgruppe Grüne - Die Partei, der durch einen Änderungsantrag zusammen mit der SPD-Ratsfraktion noch etwas modifiziert wurde, haben die Ratsmitglieder bei der Sitzung am gestrigen Mittwoch zugestimmt. Weitere Punkte – neben den zu errichtenden Gedenkstelen – im Antrag sahen vor, dass für die Schachtanlagen Hannoversche Treue I, II und III an allen Orten mit den jeweiligen Beteiligten ein Konzept zur Information und dem Gedenken erarbeitet werde. Zudem solle die Bergbau-Ausstellung im Museum Schloss Salder erweitert werden. Auf dem Schlossplatz soll die Sicht- und Auffindbarkeit der einzelnen Museumsteile verbessert werden.
Bergbau hat Salzgitter maßgeblich geprägt
Zur Begründung für diese Maßnahmen heißt es im Antrag: "Der Bergbau hat die Entwicklung der Stadt Salzgitter über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt. Zahlreiche Stadtteile, wirtschaftliche Entwicklungen und Biografien vieler Familien sind eng mit der Geschichte des Erzbergbaus verbunden." Dabei sei der Bergbau zugleich auch immer mit harter körperlicher Arbeit, gesundheitlichen Belastungen und zahlreichen Unglücken verbunden.
Inzwischen drohe das Wissen über die historischen Standorte, die Arbeitsbedingungen sowie die Schicksale der Menschen verloren zu gehen. "Viele ehemalige Anlagen sind heute im Stadtbild kaum noch sichtbar oder werden von nachfolgenden Generationen nicht mehr wahrgenommen. Gerade deshalb ist es wichtig, die Erinnerung an die bergbauliche Vergangenheit Salzgitters dauerhaft sichtbar zu erhalten und historisch einzuordnen", erklären die Antragsteller ihre Intention.
Stadt soll Kosten für die Umsetzung der Maßnahmen ermitteln
Die Maßnahmen aus dem Antrag sollen die Erinnerung an den Bergbau in der Stadt aufrechterhalten. Die Maßnahmen werden jetzt mit dem Ratsbeschluss aber noch nicht direkt umgesetzt. Zunächst soll die Verwaltung die Kosten ermitteln, die diese Umsetzung verursachen würde, und entsprechende Förderprogramme und Finanzierungsoptionen prüfen. Sobald die Ergebnisse vorliegen und der Rat darüber informiert wurde, sollen weitere Entscheidungen fallen.

