Stadtteil soll Gewerbegebiet werden: So geht der Grundstückskauf voran

Mittelfristig sollen hier auch die ersten Wohngebäude abgerissen werden. Dafür fehlt aber noch der finanzielle Rahmen.

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Hinter dem Gelände der Salzgitter AG lassen sich die Ausläufer Watenstedts hier erahnen (Archivbild).
Hinter dem Gelände der Salzgitter AG lassen sich die Ausläufer Watenstedts hier erahnen (Archivbild). | Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter. Laut Ratsbeschluss soll Watenstedt zu einem reinen Gewerbegebiet werden. Die Bewohneranzahl sinkt Jahr für Jahr in dem Salzgitteraner Stadtteil, der von Industrie – Stahlwerk, MAN und Alstom – umgeben ist. Die Projektgesellschaft Salzgitter-Watenstedt GmbH (PSW), ein gemeinsames Unternehmen der Stadt und der Salzgitter AG, verfolgt seit 2013 das Ziel, dort Grundstücke aufzukaufen, um die Wohnnutzungen in Gewerbefläche umwandeln zu können. Ein langwieriger Prozess, über den die Gesellschaft regelmäßig den Rat informieren muss. Jetzt gab es einen erneuten Sachstandsbericht.



Bis zum Stichtag am 23. Juli seien 35 beurkundete Grundstückskäufe vorgenommen worden, heißt es dort. Weitere sollen im Verlauf des Jahres folgen. Die Anzahl der möglichen Geschäfte hänge von der Finanzlage der Gesellschaft, der vorgesehenen Mittel im Wirtschaftsplan und von der Frage, ob die Grundstückseigentümer entsprechende Ersatzobjekte finden, ab. Auch in den kommenden Jahren soll es weitergehen mit dem Grundstückserwerb von privaten Eigentümern in Watenstedt. Das weitere Verkaufsinteresse diverser Grundstückseigentümer sei nach wie vor vorhanden, sodass die PSW die Möglichkeit habe, weitere Grundstücke zu erwerben, teilt die Gesellschaft mit. Laut einer aktuellen Übersichtskarte der Projektgesellschaft gibt es derzeit offenbar sieben Eigentümer, die Interesse daran haben, ihre Grundstücke an diese zu verkaufen.

Wohngebäude in Watenstedt sollen abgerissen werden


Für die bereits gekauften Grundstücke ist die Gesellschaft als Eigentümerin für die Sicherung zuständig. Dafür hat sie einen externen Hausmeisterservice beauftragt – und einen weiteren Dienstleister, der die durch den Baumbestand bedrohte Verkehrssicherheit herstellen soll. Ziel sei es, mittelfristig Gebäude abzureißen, um den Unterhaltungsaufwand zu minimieren, sowie mögliche Gefahrenquellen für Anwohner auszuschließen. Vom Strom-, Wasser- und Gasnetz seien die meisten gekauften Gebäude bereits abgetrennt worden.

So steht es um die Finanzen der Projektgesellschaft


Für die vorgesehenen Abrisse sei die PSW aber weiterhin nicht mit den entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet, heißt es im Sachstandsbericht an den Rat. Für den Fall einer Schadensabwendung durch die PSW seien wenige finanzielle Mittel im Wirtschaftsplan für einen erforderlichen Abbruch eingestellt.

Im Jahr 2026 werde die Finanzlage der PSW wohl stabil bleiben, heißt es dort weiter. Der jährliche städtische Zuschuss sei noch nicht angefordert worden. Die anteilige Gewinnausschüttung der Wohnbaugesellschaft mbH werde frühestens Anfang Oktober erwartet. Die finanziellen Mittel, die in einem Jahr nicht ausgeschöpft wurden, werden im Wirtschaftsplan des übernächsten Jahres neu veranschlagt. So werde sichergestellt, dass zum Ende der Laufzeit des Projekts die zur Verfügung gestellten 13 Millionen Euro zum Ankauf der Grundstücke genutzt werden können.