Salzgitter. Tiny-House: Für manche stellt diese besonders kleine Form des Hausbaus vor allem eine neue Kurzurlaubsunterkunft dar. Andere betrachten diese Mini-Häuser als Lösung für gleich viele städtebauliche und weitere Probleme. Sie zu bauen, eventuell sogar im eigenen Garten, ist allerdings rechtlich gar nicht so einfach. Darauf hatte regionalHeute.de kürzlich in einem ausführlichen Artikel hingewiesen. Nun soll sich auch der Rat der Stadt Salzgitter mit dem Thema auseinandersetzen.
Das schlägt zumindest die Ratsgruppe DiBo vor, die sich erst vor kurzem aus den ehemaligen AfD-Politikern Thomas Disselhof und Peter Bogun zusammengefunden hatte. Diese neu entstandene Ratsgruppe greift jetzt das Thema unseres Artikels auf und schlägt vor, eine "verlässliche Baugenehmigung" für Tiny-Häuser zu schaffen. Der entsprechende Beschlussvorschlag steht am 20. Mai in der nächsten Ratssitzung auf der Agenda. Diese minimalistische Bauform solle bei aktuellen und künftigen Bebauungsplänen mitberücksichtigt werden – und zwar "mit konkret gefassten einheitlichen Bau- und Errichtungsvorschriften zur garantierten Baugenehmigung", heißt es im Beschlussvorschlag.
DiBo: Tiny-Haus leistet einen Beitrag für seniorengerechtes Wohnen
In ihrer Begründung führt die DiBo-Gruppe Argumente für Tiny-Häuser im Allgemeinen an. So würden vor allem ältere Menschen nach dem Auszug der Kinder ihre Immobilie als zu groß empfinden. Es gebe einen Wunsch, seinen Wohnraum zu reduzieren. Das würde auch Raum- und Gartenpflege erleichtern. Gleichzeitig seien Tiny-Häuser meist von Anfang an barrierearm und daher für Senioren eine gute Alternative dazu, ihr Haus zum Beispiel mit einem Treppenlift umzubauen.
Die kleinen Häuser seien also seniorengerecht und dabei kostengünstig. So könnten ältere Leute ihre zu große Immobilie verlassen und diese an junge Familien veräußern, lautet die weitere Argumentation der DiBo-Gruppe, die zudem behauptet, dass sich die Stadt Salzgitter dann an weniger Unterbringungen in Seniorenheimen finanziell beteiligen müsste. Eine Win-Win-Situation also, laut DiBo. Die Ratsgruppe meint: "Das wäre ein sinnvoller Beitrag zu einem generationenübergreifenden gerechten Baurecht."

