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Schildbürgerstreich? Zunz-Platz sorgt in Wolfenbüttel weiter für Kritik



Schildbürgerstreich? Zunz-Platz sorgt weiter für Kritik

Nachdem schon die Grünen den Vorschlag nicht gut fanden, melden sich nun auch weitere Politiker zu Wort und äußern ihre Kritik.

von Anke Donner


Der Parkplatz hinter dem Bürger Museum soll zum Zunz-Platz werden. So schlagen es jedenfalls Jürgen Kumlehn und Thomas und Winfried Pink vor.
Der Parkplatz hinter dem Bürger Museum soll zum Zunz-Platz werden. So schlagen es jedenfalls Jürgen Kumlehn und Thomas und Winfried Pink vor. Foto: Werner Heise

Wolfenbüttel. Der Erinnerer Jürgen Kumlehn findet die Idee, den Parkplatz am Bürger Museum zum Zunz-Platz zu machen, gut. War ja auch seine eigene. Bürgermeister Thomas Pink und sein Bruder, der CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Winfried Pink, fanden die Idee sogar so gut, dass sie prompt einen passenden Antrag in die Ratsgremien gaben. Doch das war es bisher auch mit dem positiven Zuspruch. Von anderen Seiten gibt es Kritik. So jetzt auch vom FDP-Ratsherren Rudolf Ordon und dem CDU-Bürgermeisterkandiaten Adrian Haack.



Die Grünen im Rat der Stadt haben gleich auf Kumlehns Idee mit Abneigung reagiert. "Und nach wie vor bietet sich die Form, eine Straße oder einen Platz nach ihm zu benennen oder auch umzubenennen, als absolut angemessener Weg der Würdigung an. Der von Herrn Kumlehn in die Auswahl gebrachte Parkplatz hinter dem Bürgermuseum ist in unseren Augen allerdings seiner Person nicht angemessen", sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ulrike Krause gegenüber regionalHeute.de.

Und auch von einigen Anwohner wurde der Vorschlag mit wenig Begeisterung aufgenommen. Vor allem, weil mit der Widmung des Platzes auch die Parkplätze weichen würden. So jedenfalls lautet der Vorschlag von Thomas und Winfried Pink.



Gegenwind gibt es nun auch von Adrian Haack und Rudolf Ordon. Beide finden den Gedanken, den Platz am Bürger Museum umzubenennen und vor allem umzugestalten, wenig reizvoll. "Rund um das Bürger Museum braucht es keine neue Baustelle. Das Leben und Wirken von Leopold Zunz sollte angemessen gewürdigt werden. Doch das Andenken an diese große Persönlichkeit unserer schönen Stadt sollte auf positive Weise, anstatt mit einem Streit mit den Anwohner verbunden sein. Professor Helm kann dafür sicherlich eine konsensfähige Alternative erarbeiten", sagt Adrian Haack.

Verschwendung von Steuergeldern?


Der FDP-Ratsherr Rudolf Ordon findet deutliche Worte und spricht sogar von Steuerverschwendung. Einen "Leopold-Zunz-Platz" oder eine Leopold-Zunz-Straße" würde er begrüßen, jedoch nicht am Bürger Museum. "Einige Mitglieder des Wolfenbütteler Rates scheinen im Umgang mit den Steuergeldern der Wolfenbütteler Bürger jegliches Maß verloren zu haben. Den im Rahmen der Umgestaltung des Schlossplatzes mit teuren und handversetzten Pflastersteinen errichteten Parkplatz östlich des Bürger Museums nach gut drei Jahren erneut zu einer Baustelle machen zu wollen, ist mehr als ein Schildbürgerstreich. Es gibt andere, weit weniger kostspielige Möglichkeiten, den Platz zu verschönern und die Anzahl der dort parkenden Autos auf die der Anwohner zu beschränken. Aber in Zeiten, in denen Geldpolitik mit der Bazooka gemacht wird, wirken Sparhinweise, als seien sie aus der Zeit gefallen. Wenn wir, wie vom Verfassungsgericht aufgegeben, mit der Klimapolitik an folgende Generationen denken sollen, gilt das denn nicht auch für die Geldpolitik? Auch die vorgeschlagene Umbenennung dieses Platzes in Leopold-Zunz-Platz erscheint wenig durchdacht. Zwischen Leopold Zunz und diesem Teil der Stadt gibt es keine Bezugspunkte. Da erscheint die Benennung der Straße an der Samson-Schule nach Zunz wesentlich sinnvoller", so Ordon.


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