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Stadt sieht weitere Gesamtschulen kritisch



Stadt sieht weitere Gesamtschulen kritisch

von Thorsten Raedlein





Landkreis. Die Schullandschaft in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel hat sich in den vergangenen Jahren stetig verändert. Sinkende Schülerzahlen, neue Schulformen, Schließungen von Unterrichtsstätten. Da sowohl Stadt als auch Landkreis an einer Schulentwicklungsplanung arbeiten, trafen sich die jeweiligen Schulausschüsse am Donnerstag zu einer gemeinsamen Sitzung in der Lindenhalle.

Nachdem Norbert Fricke (Stadt) und Martina Brandt (Landkreis) die Mitglieder über den aktuellen Ist-Stand der Wolfenbütteler Stadt- und Kreisschulen informiert hatten, gab es auch einen Blick auf die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung. Drei mögliche Szenarien stünden dabei im Fokus. Die Einrichtung einer IGS in Sickte und einer weiteren IGS im Südkreis (Schladen, Remlingen, Schöppenstedt) oder die Einrichtung einer IGS in Sickte und einer Oberschule im Südkreis oder die Einrichtung einer Oberschule in Sickte und einer Oberschule im Südkreis.


CDU-Antrag: Stadt soll IGS-Trägerschaft übernehmen


Bevor in die Diskussion eingestiegen wurde, gab CDU-Stadtverbandsvorsitzender Eckbert Schultze bekannt, dass die CDU-Stadtratsfraktion beantragen werde, die Trägerschaft der beiden Gesamtschulen im Stadtgebiet  vom Landkreis auf die Stadt zu übertragen. Nach dem Verlust einer Hauptschule und einer Realschule solle somit der Schulstandort Wolfenbüttel gestärkt werden und die Vielfalt der Schulformen innerhalb Wolfenbüttels gesichert werden. Landrätin Christiana Steinbrügge nahm den Antrag zur Kenntnis.


FDP-Ratsherr Rudolf Ordon wollte von der Landrätin wissen, mit wie viel Zügen die Gesamtschulen geplant seien und wie präzise die Schülerprognosen seien. Steinbrügge erklärte, dass drei- oder vierzügig geplant sei. Die Prognose sei vom Landkreis ortsbezogen erarbeitet worden. Man ging dabei von der günstigsten Prognose aus. Ordon wies darauf hin, dass eine fünfzügige IGS erst sinnvoll wäre.

Strobach rät zur Kontaktaufnahme mit Braunschweig



Ratsherr Reiner Strobach (GRÜNE) regte an, im Sinne der Region zu denken und auch Gespräche mit der Stadt Braunschweig zu führen, die ja eine sechste IGS plane aber nicht wisse wo diese eingerichtet werden könne. Eventuell könne am Standort Sickte eine gemeinsame Lösung gefunden werden.

CDU-Kreisrat Klaus Hantelmann sprach sich dafür aus, den beiden vorhandenen Gesamtschulen erst einmal die Zeit zu geben, sich zu entwickeln und keine Konkurrenz in Form einer weiteren IGS vor die Nase zu setzen. Lieber sollten Oberschulen eingerichtet werden, die auch problemlos dreizügig machbar seien.

Seitens des Kreiselternrates sprach man sich mehrheitlich gegen die Einrichtung weiterer Gesamtschulen aus. SPD-Kreisrat Thomas Jakob betonte mit den Planungen im Landkreis für gleiche Bildungschancen sorgen zu wollen. Dr. Reinhard Gerndt (Kreisrat GRÜNE) sieht in den vielen Fahrschülern ein Argument für weitere Standorte in der Fläche.

CDU-Kreisrat Norbert Löhr riet dazu mit einer Entscheidung noch zu warten. Die Fusionsdiskussion, steigende Schülerzahlen in Schöppenmstedt sowie die zunehmende Zahl an Flüchtlingen – in der Schullandschaft sei weiterhin viel Bewegung.


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