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Starkregenereignisse: Ist der Landkreis Gifhorn vorbereitet?



Gifhorn

Starkregenereignisse: Ist der Landkreis Gifhorn vorbereitet?

Die Kreistagsfraktion der Grünen sieht Optimierungsbedarf unter anderem beim Frühwarnsystem. Auch eine zentrale Eingreifgruppe sollte im Rahmen des Katastrophenschutzes gebildet werden.

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Symbolbild Foto: Anke Donner

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Gifhorn. Unter dem Eindruck der furchtbaren Folgen der Starkregenereignisse hat sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Gifhorn mit notwendigen Konsequenzen im Landkreis Gifhorn beschäftigt. Über die Ergebnisse informiert die Kreistagsfraktion in einer Pressemitteilung.



Rüdiger Wockenfuß ist Mitglied im Ausschuss für Feuerschutz und Rettungswesen und sieht Optimierungsbedarf: „Das Frühwarnsystem muss für solche Fälle dringend verbessert werden. Starkregenereignisse haben die Eigenart, dass sie lokal auftreten und sehr schnell schlimme Auswirkungen haben. Deshalb müssen Warnungen vor Ort sowohl digital als auch analog sehr schnell auf den Weg gebracht werden. An besonders gefährdeten Stellen wie Senken und Unterführungen müssen automatische Systeme warnen und Sperrungen vornehmen.

Sinnvolle Eigenvorsorge erforderlich


Die Bildung einer zentralen Eingreifgruppe im Rahmen des Katastrophenschutzes ist für die nächste Wahlperiode voranzutreiben. Diese Gruppe, bestehend aus Mitgliedern der Polizei, der Feuerwehr, der Rettungsdienste und des THW muss über eine Bereitschaftsgestellung schnellstmöglich einsatzbereit sein. Ebenso wichtig ist es jedoch, dass Fachleute die Bürgerinnen und Bürger in einem geeigneten Rahmen (Workshops, Flyer und Homepage) informieren, wie sie sich selbst schützen können. Ohne eine sinnvolle Eigenvorsorge wird man angesichts der drohenden Unwetterlagen kaum erfolgreich sein.“

Dr. Arne Duncker will sich für die kommende Wahlperiode darauf konzentrieren, dass die Auswirkungen der Unwetter geringer werden: „Erst einmal stellt sich die Frage, wie weit unsere digitalen Warnsysteme überhaupt noch funktionieren, wenn die Infrastruktur plötzlich überflutet ist. Des Weiteren sind die Rückhaltemöglichkeiten für Wasser vernachlässigt worden. Als Landrat würde ich für das Gebiet des gesamten Landkreises eine Starkregenanalyse erstellen lassen, die besondere Gefährdungspunkte in den Orten aufzeigt. Anders als in NRW gibt es dieses Instrument in Niedersachsen leider nicht. Darüber hinaus muss der Landkreis im Rahmen seiner Zuständigkeit als Bauordnungs- und Baugenehmigungsbehörde noch stärker bei der Bauleitplanung Gefährdungen durch Oberflächenwasser berücksichtigen. Nur ein Beispiel: Bereits im März 2021 habe ich öffentlich vor einem Bebauungsplan in Gravenhorst mit Häusern genau am Rande einer Hochwasserzone gewarnt, diese Argumentation wurde aber zur Seite geschoben und ich wurde von CDU, SPD und der Wählergemeinschaft überstimmt. Versiegelungen im bisherigen Maße durch große Baugebiete gefährden Menschenleben und führen zu hohen Sachschäden, die letztlich von der Allgemeinheit zu tragen sind. Der Landkreis steht hier in der Verantwortung, er muss Bauwillige und Kommunen so beraten, dass auch bei extremen Starkregenereignisse das Oberflächenwasser keine Schäden anrichtet. Dazu benötigen die Kommunen und die Bauwilligen Wissen und Kompetenz, wie flächenschonend gebaut wird, wie Gärten angelegt werden und wie mit kreativen Ansätzen auch große Wassermengen auf den Grundstücken bewirtschaftet werden können.“


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