Steigende Kosten: RegioBusse in Gefahr?

Auch der ÖPNV ist von enormen Preissteigerungen betroffen. Doch was bedeutet das für die RegioBus-Linien in der Region? Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen.

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Region. Der Busbetrieb in Niedersachsen muss überwiegend von den Kommunen finanziert werden. Angesichts gestiegener Kosten und der Finanzlage der Kommunen ist es nicht selbstverständlich, dass das Busangebot in der Region im bisherigen Umfang erhalten bleibt. Der Regionalverband Großraum Braunschweig gibt in einer Pressemitteilung nun einen Ausblick, wie es mit den RegioBussen weitergehen soll.



In der Region gibt es 35 RegioBus-Linien, auf denen etwa 1.500 Fahrten pro Wochentag stattfinden. Die RegioBus-Linien verbinden vor allem die Oberzentren, Mittelzentren und Grundzentren der Region untereinander, vor allem dort, wo es keine Bahnverbindung gibt. Sie haben damit eine wichtige Funktion für die Städte aber auch die ländlichen Bereiche. Sie bringen Fahrgäste relativ schnell zu ihrem Ziel oder zum nächsten Bahnhalt. Die Busse übernehmen wichtige Aufgaben im Berufs-, Schul- beziehungsweise Ausbildungsverkehr und im Freizeitverkehr. So sind sie zusammen mit den Bahnverbindungen das Rückgrat des ÖPNV in der Region und werden insgesamt gut genutzt, wie es seitens des Regionalverbandes heißt.

Kosten von 116 Millionen Euro jährlich


Da die RegioBusse oft über Kreisgrenzen hinausfahren, werden sie nicht pro Landkreis oder Stadt abgerechnet, sondern der Regionalverband erhebt hierfür eine Umlage (Verbandsumlage) bei den kreisfreien Städten und Landkreisen. Dadurch zahlt der Regionalverband den Defizitausgleich (Kosten für den Betrieb minus Einnahmen durch Ticketverkauf). Das lokale Busangebot finanzieren die Kommunen. Der gesamte Busbetrieb kostet inzwischen rund 116 Millionen Euro pro Jahr.

So soll es weitergehen


Die Landrätin, Landräte und Oberbürgermeister der Region haben sich jedoch gegenüber dem Regionalverband Großraum Braunschweig dafür ausgesprochen, auch für das Jahr 2027 die regionalen Verbindungen aufrechtzuerhalten. „Die RegioBusse sollen auch 2027 weiterfahren, da sind die Hauptverwaltungsbeamten und ich uns einig. Es ist nötig, jetzt rechtzeitig Klarheit für die Fahrgäste und Verkehrsunternehmen schaffen“, so Verbandsvorsitzender Detlef Tanke. „Die regionalen Linien sind gut genutzt und ein wichtiger Teil des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Region. Sie bringen täglich Tausende Menschen zur Arbeit, zur Bildungseinrichtung, zu Besorgungen und Freizeitangeboten.“

Entscheidung fällt bald


Zu entscheiden hat die Verbandsversammlung am 11. Juni. Dafür sei der bislang gültige Beschluss zu Kürzungen des Angebots aus dem September 2025 auszusetzen. Der Regionalverband gebe die Landesmittel, die für die Finanzierung der Betriebskosten vorgesehen sind, vollständig in den RegioBus-Defizitausgleich. Den wesentlich höheren Teil müssten aber die Landkreise und kreisfreien Städte tragen.

„Unser Anspruch ist ein gutes und effizientes ÖPNV-Angebot in der Region“, erklärt Verbandsdirektor Ralf Sygusch. „Deshalb überprüfen wir weiterhin mit den Verkehrsunternehmen und den Kommunen, ob Optimierungen in einzelnen Linienführungen oder im Zusammenspiel von Bahnen, RegioBussen und lokalen Bussen möglich sind. Dabei sind uns verlässliche, regionale Standards ein Anliegen.“ So weist er darauf hin, dass es auch unabhängig von diesem Beschluss zu Änderungen bei RegioBus-Linien kommen könne. Mit dem Beschluss werde es aber keine einschneidenden Kürzungen geben. Außerdem sei der Regionalverband kontinuierlich im Austausch mit dem Land Niedersachsen, um von Landesmitteln zu profitieren und das Angebot dauerhaft zu sichern.