Braunschweig. Nach Angaben des Tierschutzvereins Stadttiere Braunschweig e. V. wurden am heutigen Montagmorgen an der Taubenfutterstelle auf dem Braunschweiger Domplatz drei Tauben getötet, nachdem ein Radfahrer durch die dort fressenden Tiere gefahren sein soll. Der Verein hat eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung der verantwortlichen Person führen. Das geht aus einer Mitteilung des Vereins hervor.
Der Vorfall soll sich gegen 7:45 Uhr ereignet haben. Wie der Verein berichtet, soll ein männlicher Radfahrer zu dieser Zeit mit hoher Geschwindigkeit durch die Tauben gefahren sein und seine Fahrt anschließend in Richtung Münzstraße fortgesetzt haben, ohne anzuhalten.
Neue Qualität von Tierquälerei
Ein Mitarbeiter des Vereins, der die Tauben täglich betreut, zeigte sich betroffen über den Tod der Tiere: „Die Tauben haben doch nur essen wollen, um den Tag zu überstehen. Nun sind sie tot.“ Er wies zudem darauf hin, dass möglicherweise auch Jungtiere betroffen sein könnten, sollten die getöteten Tauben gerade Küken aufgezogen haben.
Die Tiere werden täglich von Mitarbeitenden des Vereins an der genehmigten Futterstelle mit artgerechtem Futter versorgt. Die Futterstelle auf dem Domplatz wurde im Rahmen des Stadttaubenkonzeptes der Stadt Braunschweig eingerichtet. Beate Gries, Vorsitzende des Vereins Stadttiere Braunschweig e. V., erklärte dazu: „Nicht jeder muss das gut finden und kann sich bei der Stadtverwaltung auch darüber beschweren. Aber die frei lebenden Haustiere absichtlich zu überfahren, sodass sie verletzt – und wie heute – sogar so schwer verletzt werden, dass sie an ihren Verletzungen versterben, ist eine neue Qualität von Tierquälerei, die wir in Braunschweig bisher so nicht kennen.“
Weiterer Vorfall am Friedrich-Wilhelm-Platz
Bereits in der vergangenen Woche sei es nach Angaben des Vereins an der Futterstelle am Friedrich-Wilhelm-Platz zu einem weiteren Vorfall gekommen. Dort sei ein schwarzes Firmenfahrzeug eines Klimatechnikunternehmens in der Fußgängerzone durch die aufgestellten Futterschalen gefahren. Dabei seien drei Futterschalen zerstört worden.
Taubenschlag am Rathaus
Im Gesamtkonzept der Stadt Braunschweig ist auch ein Taubenschlag in der Umgebung des Platzes der Deutschen Einheit vorgesehen. „Eine Realisierung des Taubenschlages unter dem Dach des Rathauses wäre die beste Lösung, damit so etwas wie heute Morgen gar nicht wieder passieren kann“, erklärte Gries. Für den im Konzept vorgesehenen vierten Standort müsste der Rat der Stadt weitere Haushaltsmittel bereitstellen. Die im Jahr 2022 dafür geplanten Gelder seien bereits für die drei Standorte an der Martinikirche, den Schlossarkaden und in der Leopoldstraße ausgegeben worden.
Verein setzt Belohnung für Hinweise aus
„Das Braunschweiger Stadttaubenkonzept ist ein Erfolgsmodell“, erklärte Gries. Mit tierschutzgerechten Methoden seien inzwischen fast 10.000 Eier der frei lebenden Haustauben gegen Attrappen ausgetauscht worden. Dadurch habe bereits eine erhebliche Reduzierung der Stadttaubenpopulation erreicht werden können.
Mit Blick auf den aktuellen Vorfall sagte Gries: „Was Menschen dazu treibt, ohne Sinn und Verstand ganz bewusst aus niederen Motiven Tiere so zu verletzen, dass sie an ihren Verletzungen versterben, wird mir niemand beantworten können – und lässt mich erschüttert zurück.“
Der Verein sucht nun Zeugen des Vorfalls. Für Hinweise, die zur Ermittlung der verantwortlichen Person führen, wurde eine Belohnung von 2.000 Euro ausgelobt. Hinweise nimmt Beate Gries unter den Telefonnummern 0531 512570 und 0151 21988801 sowie per E-Mail an stadttiere-bs@gmx.de entgegen. Weitere Informationen gibt es unter www.stadttiere-bs.de.


