Umfrage: FDP verliert Image als Mittelstandspartei

Das Image der FDP als Klientelpartei für den Mittelstand hat einer Umfrage zufolge in der Ampel-Koalition schweren Schaden erlitten.

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Symbolbild. | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Berlin. Das Image der FDP als Klientelpartei für den Mittelstand hat einer Umfrage zufolge in der Ampel-Koalition schweren Schaden erlitten. Zwei Drittel der Bürger (67 Prozent) sowie der sogenannten "FDP-Abwanderer" (68 Prozent) und drei Viertel der Selbstständigen (75 Prozent) lasten der Partei an, die Interessen ihrer mittelständischen Kernwähler in der Bundesregierung nicht in ausreichendem Maße zu vertreten.


Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitagausgaben) hervor. Unter den FDP-Anhängern finden 47 Prozent, dass die Partei mehr für Handwerker, Kleinunternehmer, Freiberufler und leitende Angestellte tun müsste. Die Vorstellungen darüber, ob die Ampel-Koalition halten wird, gehen bei den Anhängern der beteiligten Parteien auseinander. 42 Prozent der FDP-Anhänger glauben, dass die Koalition aus SPD, Grünen und FDP vor Ende der Legislaturperiode 2025 auseinander brechen wird.

Bei den Grünen teilen diese Meinung nur 13 und bei der SPD 15 Prozent. 43 Prozent aller Befragten sehen die Regierungsfähigkeit der Ampel durch den Atomstreit zwischen FDP und Grünen gefährdet, mit einem Bruch der Koalition rechnen 33 Prozent. Das Machtwort von Bundeskanzler Olaf Scholz, alle drei letzten Atommeiler statt nur zwei von ihnen - wie es die Grünen wollten - bis Mitte April 2023 weiterlaufen zu lassen, entspricht nach Ansicht von 62 Prozent aller Befragten eher den Vorstellungen der FDP. Die Partei hatte darauf gedrungen, alle drei Meiler bis 2024 am Netz zu lassen.

"Ideologische Verbohrtheit" lasten 59 Prozent aller Befragten den Grünen an. Für die Verluste der FDP bei den Landtagswahlen in diesem Jahr machte die Mehrheit der Befragten (57 Prozent) die Bundespartei verantwortlich. Bei den FDP-Anhängern selbst sind immerhin 40 Prozent dieser Auffassung. 54 Prozent sehen die Gründe dagegen in dem Zustand der jeweiligen Landesverbände.

Forsa befragte für die Umfrage vom 21. bis zum 24. Oktober 1.009 Menschen.


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