Straßenbahnverlängerung im Osten – Es gibt weiteren Widerstand

Ein Beschlussvorschlag im Stadtbezirksrat empfiehlt: Das gesamte Projekt – inklusive Wendeschleife in Gliesmarode – nochmal überdenken!

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Die Straßenbahn-Verlängerung im Osten der Stadt ruft auch Kritiker auf den Plan.
Die Straßenbahn-Verlängerung im Osten der Stadt ruft auch Kritiker auf den Plan. | Foto: Matthias Kettling

Braunschweig. Die Straßenbahn–Linie 3, sie soll in Zukunft über die Endstation am Grenzweg hinaus noch weiter Richtung Osten durch Volkmarode fahren. Als Nächstes steht im Programm Stadtbahnausbau Ost aber der Neubau der Wendeschleife in Gliesmarode an der Kreuzung Berliner Straße/Querumer Straße auf dem Aktionsplan. Schon in diesem Herbst sollen dort die Arbeiten starten. Doch es regt sich der Widerstand gegen diese beschlossenen Pläne, die auch mit reichlich Fördergeldern des Landes und des Bundes bedacht sind.



So meldeten sich bereits Anfang April die Fraktionen von BIBS, CDU und FDP im Stadtbezirksrat Wabe-Schunter-Beberbach, in dem auch Gliesmarode, der Ort der neuen Wendeschleife, liegt, zu Wort. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten sie, dass sie die zugrundeliegende Planfeststellung ablehnen. Jetzt zieht auch die CDU-Fraktion in Volkmarode nach und bringt einen Beschlussvorschlag ein, der bei der nächsten Sitzung des Stadtbezirksrats 111 Hondelage-Volkmarode am 21. Mai auf der Tagesordnung steht.

Planung zur Wendeschleife prüfen und überdenken


Darin heißt es: Die Verwaltung möge die derzeitige Planung der Wendeschleife und den gesamten Stadtbahnausbau Ost/Teilprojekt Volkmarode-Nord gemeinsam mit der Braunschweiger Verkehrs GmbH erneut fachlich, wirtschaftlich, verkehrlich und ökologisch prüfen und überdenken. Außerdem soll die Verwaltung den politischen Gremien eine insgesamt günstigere Planungsvariante vorlegen. Bis dahin sollen "keine weiteren unumkehrbaren Festlegungen oder baulichen Vorabmaßnahmen" veranlasst werden. Also: Auch die Bauarbeiten für die Wendeschleife sollten demnach erstmal auf Eis gelegt werden.

Genau wie die Bezirksratskollegen aus Gliesmarode begründet auch die CDU-Fraktion in Volkmarode ihre Kritik auf den aktuellen Kosten- und Wirtschaftlichkeitsentwicklungen des Projekts. Die geplanten Kosten würden demnach inzwischen erheblich von den ursprünglichen Planungen abweichen.

Im Beschlussvorschlag wird auf den 16. Kompaktbericht der Stadt verwiesen. Demnach sind die prognostizierten Nettokosten gegenüber früheren Berichten von 40,4 Millionen auf 49,6 Millionen Euro und zuletzt weiter auf 57,6 Millionen Euro gestiegen. Zugleich sank der Nutzen-Kosten-Faktor von 1,40 auf 1,30 und zuletzt auf 1,27. Der Rat habe das Projekt allerdings einst auf Grundlage völlig anderer Zahlen gebilligt, heißt es im Beschlussvorschlag der CDU-Fraktion.

Da mit Fertigstellung der Wendeschleife die Straßenbahn nur noch im Viertelstundentakt Richtung Volkmarode fahren soll, befürchtet die CDU zudem, dass der Stadtteil schlechter vom ÖPNV versorgt werden könnte. Eine überarbeitete Planung solle sicherstellen, dass die Abdeckung auch in Braunschweig-Ost sichergestellt sei. Zumal: Für den späteren Teil des Projekts – den Ausbau des Straßenbahnnetzes Richtung Osten – fehlt noch ein weiteres Planfeststellungsverfahren.

Vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Kosten, des gesunkenen Nutzen-Kosten-Faktors und der Auswirkungen auf den ÖPNV in Braunschweig-Ost sei "deshalb mindestens ein aktualisierter, nachvollziehbarer Vergleich von Varianten, Kosten, Förderstand und Angebotswirkung politisch geboten“, wird im Beschlussvorschlag gefordert.

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