Wolfsburg. 225 Schulranzen hat das Schulstarter-Projekt des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen zum neuen Schuljahr an Kinder aus einkommensschwachen Familien ausgegeben. Das sind fast 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
Karsten Piehl, Leiter der sozialdiakonischen Dienste und Einrichtungen, sieht die Entwicklung mit Sorge. „Wir wissen bereits seit Jahren, dass der tatsächliche Bedarf noch deutlich höher liegt. Aber diese Steigerung erschrickt mich!“, sagt er.
Steigende Kosten belasten Familien
Als einen möglichen Grund nennt Piehl die gestiegenen Kosten für Lebensmittel und Energie. Dadurch gerieten immer mehr Menschen finanziell unter Druck. Er geht davon aus, dass weitere Familien Unterstützung bei der Einschulung und den notwendigen Anschaffungen benötigen werden.
Hilfe seit 2013
Das Schulstarter-Projekt gibt es in Wolfsburg bereits seit 2013. In den ersten zehn Jahren wurden mehr als 2.000 Schulranzen verteilt. Initiiert wurde das Projekt von Kirchenkreissozialarbeiterin Danica Kahla-Lenk. Seit 2021 unterstützt auch die Evangelisch-lutherische Propstei Vorsfelde die Aktion.
Spenden ermöglichen Schulranzen
Finanziert wird das Projekt durch Spenden von Verbänden, Institutionen und Privatpersonen. Zuletzt sammelte die Evangelische Jugend der Propstei Vorsfelde bei einem Charity-Lauf knapp 10.500 Euro.
Superintendent Christian Berndt betont, dass das Projekt Chancengleichheit schaffen soll. „Nicht alle Familien in der einkommensstarken Stadt Wolfsburg haben das Geld für die Schulerstausstattung“, sagt er. Auch Berndt nahm gemeinsam mit Propst Ulrich Lincoln am Charity-Lauf teil. Er lief 27 Runden beziehungsweise elf Kilometer. Damit könne die Einschulung von fünf Kindern unterstützt werden.

