Wolfsburg. Die Gebühren für die Abwasserbeseitigung in Wolfsburg sollen zum 1. Januar 2027 steigen. Grund dafür sind höhere Kosten für Energie, Personal, Materialien und den Betrieb der Anlagen. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt bedeutet die Anpassung bei der Schmutzwasserbeseitigung eine Mehrbelastung von rund 3,75 Euro im Monat. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus erhöht sich die monatliche Gebühr für die Niederschlagswasserbeseitigung um etwa 67 Cent. Das teilt die Wolfsburger Stadtverwaltung jetzt mit.
Der Verwaltungsrat der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) habe demnach die neuen Gebührensätze bereits beschlossen. Die Zustimmung des Rates der Stadt Wolfsburg steht noch aus. Die Entscheidung ist für die Ratssitzung am 9. Dezember vorgesehen.
Höhere Kosten in allen Entsorgungsbereichen
Die Gebühren wurden für die Jahre 2027 und 2028 neu kalkuliert. Dabei zeigt sich, dass die Kosten in allen drei Entsorgungsbereichen gestiegen sind: bei der zentralen Schmutzwasserbeseitigung, der Niederschlagswasserbeseitigung und der dezentralen Entsorgung. Zu den wesentlichen Kostentreibern zählen höhere Preise für Strom, Chemikalien, Treibstoffe und Materialien sowie gestiegene Personal- und Zinskosten.
„Die Abwasserbeseitigung ist eine wichtige kommunale Aufgabe. Sie muss zuverlässig funktionieren und erfordert eine leistungsfähige Infrastruktur. Gleichzeitig müssen die Gebühren die Kosten für diese Leistungen abdecken. Die Anpassung ist notwendig, weil die Ausgaben in verschiedenen Bereichen gestiegen sind“, erklärt Erster Stadtrat und Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide, Vorsitzender des WEB-Verwaltungsrats.
Das ändert sich bei den Gebühren
Bei der zentralen Schmutzwasserbeseitigung steigt die Gebühr von bisher 2,98 Euro auf künftig 3,28 Euro je Kubikmeter. Die gesonderte Abwasserreinigungsgebühr bleibt unverändert bei 1,17 Euro je Kubikmeter. Sie betrifft Gebührenpflichtige nach § 18 Absatz 1 Satz 7 der Abwasserbeseitigungsabgabensatzung. Unabhängig von der Gebührenanpassung wird auch die Infrastruktur der Abwasserbeseitigung kontinuierlich weiterentwickelt. Das Wolfsburger Kanalnetz ist in den vergangenen Jahren gewachsen und muss entsprechend betrieben und unterhalten werden. Darüber hinaus erweitern die Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB) das Klärwerk Stahlberg um eine moderne Membranfilterstufe.
Auch die Niederschlagswassergebühr wird angepasst. Für private befestigte Flächen steigt sie von 0,61 Euro auf 0,66 Euro je Quadratmeter und Jahr. Für öffentliche Straßen, Wege und Plätze erhöht sie sich von 0,27 Euro auf 0,30 Euro je Quadratmeter und Jahr.
Bei der dezentralen Entsorgung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Sammelgruben steigen ebenfalls die Gebühren. Für eine Standardabfuhr an den regulären Abfuhrterminen werden künftig 219,96 Euro statt bisher 203,10 Euro berechnet. Eine Sonderabfuhr außerhalb dieser Termine kostet künftig 263,95 Euro statt 243,72 Euro. Zusätzlich wird die tatsächlich entsorgte Menge berechnet: Bei Kleinkläranlagen steigt die Gebühr für den Klärschlamm von 12,06 Euro auf 13,06 Euro je Kubikmeter. Bei abflusslosen Sammelgruben erhöht sich die Gebühr für das Abwasser von 6,03 Euro auf 6,53 Euro je Kubikmeter.
„Die Gebührenkalkulation berücksichtigt die Kosten, die für den Betrieb und die Unterhaltung der Abwasseranlagen entstehen. Dazu gehören unter anderem Energie, Personal und Betriebsmittel sowie insbesondere der gestiegene Zinsaufwand für die Entwässerungsanlagen. Die neuen Gebührensätze bilden die Kostenentwicklung für die Jahre 2027 und 2028 ab“, sagt WEB-Vorstand Dr. Gerhard Meier.
Die neuen Gebührensätze sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

