Coronavirus: Deutsches Rotes Kreuz bleibt handlungsfähig

Das DRK habe sich mit umfassenden Maßnahmen auf die Ankunft des Coronavirus in der Region vorbereitet.

Das Deutsche Rote Kreuz in Wolfenbüttel hat sich mit umfassenden Maßnahmen auf die Corona-Krise vorbereitet.
Das Deutsche Rote Kreuz in Wolfenbüttel hat sich mit umfassenden Maßnahmen auf die Corona-Krise vorbereitet. Foto: Max Förster

Wolfenbüttel. Der DRK-Kreisverband leitet mit dem Beginn der kommenden Woche eine Fülle von Maßnahmen ein, um die Handlungsfähigkeit seiner Abteilungen in der Corona-Krise aufrechtzuerhalten. Dabei gehe es dem Wohlfahrtsverband vor allem darum, den Rettungsdienst und die häusliche Pflege nicht durch Krankheiten in Probleme zu bringen. Über die Vorbereitungen berichtet das DRK in einer Pressemitteilung.


Insgesamt habe der Kreisverband 450 haupt- und 700 ehrenamtliche Mitarbeiter. "Das Corona-Virus hat bekanntlich unsere Region erreicht und stellt auch den DRK-Kreisverband vor besondere Herausforderungen", sagt Horst Kiehne, der Vorsitzende des Präsidiums. "Als Teil der kritischen Infrastruktur im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz und in der Wohlfahrtsarbeit im Landkreis Wolfenbüttel, muss auch unter diesen Umständen sichergestellt werden, dass unsere Handlungsfähigkeit in jedem Fall aufrechterhalten bleibt."

Alle Angebote des DRK abgesagt


Es ist ein Spagat, denn der Kreisverband will seine Mitarbeiter schützen – und gleichzeitig so viele Angebote für die Bevölkerung aufrecht
erhalten wie möglich. "Gleichwohl kommen wir nicht umhin, sämtliche Gruppenangebote des Roten Kreuzes im Landkreis Wolfenbüttel bis zum 18. April abzusagen", erklärt Vorstand Andreas Ring. In der Woche nach Ostern sollen die Lage neu bewertet und weitere Schritte beschlossen werden.

Abgesagt, beziehungsweise geschlossen wurden nun die Kleiderkammer am Exer, sämtliche Erste-Hilfe-Kurse, die Kurse von Yoga,
Senioren-Gymnastik und Jugend-Rotkreuz sowie sämtliche Veranstaltungen der Flüchtlingshilfe. Auch alle Versammlungen der Ortsvereine wurden abgesagt.

Das Sozio-Med-Mobil


In einem besonderen Konflikt befand sich der Kreisverband bei seinem Angebot des Sozio-Med-Mobils (SMM), das alte, kranke und bedürftige Menschen aus den Dörfern des Landkreises zu Arztterminen bringt. "Einerseits müssen diese Menschen zum Arzt, andererseits gehören sie definitiv zur besonders gefährdeten Gruppe", hieß es in einer Diskussion des DRK-Krisenstabes. Schließlich beschloss das Gremium, das SMM-Angebot aufrecht zu erhalten. "Wenn wir sie nicht fahren, benutzen die Menschen den Öffentlichen Nahverkehr, das macht die Situation nicht besser." Allerdings sollen alle SMM-Nutzer mit einfachen Schutzmasken ausgestattet werden, um ihr Ansteckungsrisiko zu minimieren. Außerdem werden sämtliche Fahrer zur Hygieneschulung geschickt, die Busse selbst werden in noch kürzeren Intervallen gereinigt.

Die Tafel soll geöffnet bleiben


Die Angebote von Eberts Hof und der Tafel (Großer Zimmerhof) sollen weiter geöffnet bleiben. Deren Leiter Uwe Rump-Kahl berichtete, die
Versorgung mit Lebensmitteln sei noch ausreichend. "Wir werden die Lage von Woche neu bewerten." Der Rückhalt unter den ehrenamtlichen Helfern sei ungebrochen hoch.

Große Einschnitte für das Therapiezentrum am Exer


Für einen gewaltigen Einschnitt sorgt Corona auch im Integrations- und Therapie-Zentrum (ITZ) am Exer. "Wir sagen alle Freizeitangebote,
Beratungen, Veranstaltungen und Gruppenangebote bis zum Ende der Osterferien ab", erklärte ITZ-Leiter Thomas Stoch. Das betreffe auch die Angebote und Ausflüge des Familienentlastenden Dienstes (FED), der Therapie und der Autismusambulanz. "Die FED-Einzelbetreuung indes läuft weiter, denn durch die Schulschließung ist da ja ein ganz neuer Bedarf
entstanden."

Kinderbetreuung für DRK-Angestellte


In puncto Kinderbetreuung biete das DRK seinen Mitarbeitern ab Montag einen besonderen Service, um die Handlungsfähigkeit aufrecht zu
erhalten. "Ab 6 Uhr früh können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die über keine Kinderbetreuung verfügen, unser DRK-Betreuungsangebot nutzen", erklärte Andreas Ring. Diese Kinder werden in Kleingruppen im ITZ betreut. "Auch die im Einsatz befindlichen ehrenamtlichen Helfer unseres Katastrophenschutzes können diesen Service nutzen."

Der Krisenstab richtete zudem einen Appell an die Mitarbeiter von Rettungsdienst und Pflege, ihre Urlaubswünsche bis nach Ostern zu
reduzieren. Reisen in Krisengebiete seien zu überdenken und anzuzeigen. "Wir hoffen auch auf die Bereitschaft der Kollegen, im Extremfall
kurzfristig aus dem Urlaub zurückzukehren", sagte Horst Kiehne. Sämtliche Dienstreisen bis zum 18. April werden abgesagt.

Das DRK-Solferino am Exer soll aufgrund des großen Außenbereichs und der entsprechenden Durchlüftung geöffnet bleiben – wenn dem keine behördliche Anordnung entgegensteht. Auch der beliebte Osterbrunch (13. April) wird zunächst nicht abgesagt.

Verpflichtende Hygieneschulungen


"Darüber hinaus planen wir weitere Hygieneschulungen, an denen kurzfristig sämtliche Mitarbeiter verpflichtend teilnehmen werden",
kündigte Andreas Ring an. Nach einer bereits in dieser Woche erfolgten Schulung für Mitarbeiter des Landkreises wird auch dort in der nächsten Woche eine weitere Schulung angeboten.


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