Wolfenbüttel. Jedes Jahr diagnostizieren Ärzte deutschlandweit über 200.000 Leistenbrüche. Dabei sind in 80 Prozent der Fälle Männer betroffen. Dies nimmt das Hernienzentrum des Städtischen Klinikums am Mittwoch, 4. Dezember, ab 18 Uhr zum Anlass, um unter dem Titel „Ohne Leiste keine Leistung“ zum Herrenabend einzuladen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen vor allem die Risikofaktoren, die Diagnostik und die aktuellsten Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines Leistenchecks, so das Klinikum Wolfenbüttel.
„Eine Hernie beschreibt einen Bauchwandbruch, bei dem Fettgewebe und teilweise auch Eingeweide aus der Bauchhöhle nach außen gedrückt werden. Erfolgt das durch den sogenannten Leistenkanal spricht man von einer Leistenhernie, die entweder angeboren oder erworben sein kann“, erklärt Dr. Gregor Kocowski, Leiter des Hernienzentrums des Städtischen Klinikums. Bei Männern sei der Kanal etwas weiter ausgeprägt als bei Frauen. „Man könnte sagen, dass der Leistenkanal eine Schwachstelle im Körper eines Mannes ist“, so Kocowski. Der Kanal allein führe jedoch nicht automatisch zu einem Leistenbruch. Dafür gebe es vielmehr verschiedene Ursachen. Wer beispielsweise eine Bindegewebsschwäche habe, könne eher betroffen sein. „Wenn man dann etwas sehr Schweres anhebt oder stark presst, kann etwas Darm in oder durch den Leistenkanal gedrückt werden – dann sprechen wir von einem Leistenbruch“, erörtert der Leiter des Hernienzentrums.
Neben den Risikofaktoren und den verschiedenen Arten und Formen von Leistenbrüchen werden die Referenten des Herrenabends auch einen detaillierten Einblick in die Operationsverfahren und mögliche Alternativen geben. „Dabei gilt es vor allem die Vorteile einer möglichen Operation beziehungsweise die bestehenden Risiken genau gegeneinander abzuwägen“, erläutert Dr. Gregor Kocowski.
Zu bedenken sei zudem, dass Leistenschmerz viele unterschiedliche Ursachen haben könne, die mitunter eine orthopädische, neurologische oder auch eine urologische Mitbeurteilung nötig machen. Neben Dr. Kocowski wird mit Dr. Tilmann Dreßel, Facharzt für Viszeralchirurgie, ein weiterer Experte als Referent des Abends das Thema aus chirurgischer Sicht näher beleuchten.
Hernienzentrum des Städtischen Klinikums lädt zum Herrenabend
Dr. Gregor Kocowski, Leiter des Hernienzentrums des Städtischen Klinikums und Dr. Tilmann Dreßel, Facharzt für Viszeralchirurgie am Städtischen Klinikum. Fotos: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel
| Foto: Dr. Tilmann Dreßel, Facharzt für Viszeralchirurgie am Städtischen Klinikum.
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