"Ich bin von diesem Verhalten enttäuscht"

von Thorsten Raedlein



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Wolfenbüttel. Für den ESV schlägt sein Herz und wird es auch weiter schlagen. Aber was Axel Wagener jetzt bei der Jahresversammlung der Fußballabteilung erleben musste, hat ihn tief getroffen.

Seit Mai 1974 ist er Mitglied im Verein. Wenn er gebraucht wurde, so sagt er, sei er für die Fußballabteilung da gewesen. In den vergangenen vier Jahren war er stellvertretender Vorsitzender der Abteilung. Und wäre es auch gern geblieben. Doch daraus wurde nichts – ohne vorher mit ihm zu sprechen, wurde er nicht wieder aufgestellt. Die Begründung: er sei ja nicht mobil.

"Wenn man vorher mit mir gesprochen hätte, dass es ein Problem ist, dass ich kein Auto habe, hätte ich es ja verstanden, aber so?", erzählt Wagener. Komisch sei ja, dass dies bisher niemanden gestört hätte – zum Beispiel als er noch als Schiedsrichter für den Verein im Einsatz war. Er ärgert sich über den Stil des Abteilungsvorsitzenden Hans Bäker, der es in seinen Augen versäumt habe ihn vorher zu informieren. "Ich kam an diesem Tag direkt von der Arbeit zur Versammlung. Ich habe mich noch mit ihm unterhalten, das Thema hat er aber nicht angesprochen", so Wagener sauer, "das fühlt sich schon wie ein Messer in den Rücken an."

Seinen Einsatz für den Verein will er nun zurückfahren, sich stattdessen weiter bei der Sportjugendförderung Wolfenbüttel einbringen. Hier ist er stellvertretender Vorsitzender.

ESV-Vorsitzender Wolfgang Eggeling, der an diesem Abend als Wahlleiter fungierte, bedauert den entstandenen Ärger. "Ich dachte, die beiden hätten im Vorfeld über die Sache geredet", berichtet er. Ganz aus der Verantwortung möchte er aber auch Axel Wagener nicht lassen: "Er hätte ja auch einen Ton sagen können, dass er noch weiter machen möchte." Denn während der Versammlung habe der keinen Ton gesagt.