Wolfenbüttel. Am Donnerstag stellten die Mitarbeiter von Café Clara ihr neues Spritzentausch-Konzept vor. Das Konzept, bei dem gebrauchte gegen sterile Nadeln eingetauscht werden können, soll den Risiken einer Infektion mit HIV oder Hepatitis C vorbeugen und wendet sich überwiegend an chronisch mehrfach geschädigte Suchtkranke, die durch ihre intravenöse Aufnahme der Suchtstoffe besonders gefährdet sind.
Das Café Clara ist eine Einrichtung der Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH und berät und hilft substituierten Drogenabhängigen in Wolfenbüttel. "Fünf bis zehn Prozent der Drogensüchtigen, haben sich durch die intravenöse Aufnahme mit HIV, sogar 15 bis 19 Prozent mit Hepatitis C angesteckt", zitiert der Mitarbeiter des Café Claras Lukasz Pobieda aus einer HIV-Studie. Dieses Spritzentausch-Konzeptes, das ab 1. Januar 2016 etabliert werden soll, richtet sich an chronisch mehrfach geschädigte Suchtkranke. "Durch die Verwendung bereits benutzter Spritzen, kommt es schnell zu Infektionen.", erklärt Lukasz Pobieda. In einem extra Raum des Café Claras können die Drogenabhängigen dann ganz anonym ihre benutzten Nadeln gegen sterile Spritzen eintauschen.
Ziele des Konzeptes
Mit diesem Konzepte können laut Lukasz Pobieda gleich drei Probleme eingedämmt werden. Zum einen wird das Infektionsrisiko für die Drogenkonsumenten verringert, da die Nadeln nicht durch mehrere Hände gegangen sind. Des Weiteren wird verhindert, dass gebrauchte Nadeln an öffentlichen Plätzen zurückgelassen werden. Denn hierdurch besteht nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für Passanten die Gefahr einer Infektion. Benutzte Spritzen können hier gleichzeitig ordnungsgemäß entsorgt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt wäre, dass durch den vor Ort stattfindenden Austausch die Hemmschwelle nicht mehr so groß ist, direkt nach Hilfe und Suchtberatung zu fragen. An dem Tauschplatz sollen nicht nur Nadeln zum Austausch bereit liegen, sondern auch andere Materialien, wie steriles Wasser, Filter, Desinfektionsmittel oder auch Broschüren, die über Substitutionsprogramme aufklären.
Unterstützung des Projektes
Die Durchführung eines solchen Projektes bringt auch Kosten mit sich. Bisher ist eine Menge von 1.000 sterilen Spritzen vorgesehen. Diese sollten zunächst für etwa ein halbes Jahr reichen. Der Einkauf dieser Spritzen kostet etwa 500 Euro. "Eine recht geringe Menge, wenn man bedenkt, dass die Behandlung eines Hepatitis C Infizierten etwa 100.000 Euro kostet.", erklärt Lukasz Pobieda. Dennoch ist man hier auf Unterstützung angewiesen. Dank der Anstoßfinanzierung, die von der Wolf-Apotheke Wolfenbüttel in der Okerstraße vorgenommen wird, könne dieses Projekt jedoch in die Tat umgesetzt werden.

