Landkreis. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat in einer Pressemitteilung über die vorläufige Aussetzung der Suche nach einem Zwischenlager für den aus der Asse zu bergenden Atommüll informiert (WolfenbüttelHeute.de berichtete). Das Bundesamt begründet diese Entscheidung mit Streitigkeiten mit der Asse-2-Begleitgruppe (A-2-B). Christiana Steinbrügge, die als Landrätin des Landkreises Wolfenbüttel den Vorsitz der Asse-2-Begleitgruppe führt, teilte nun in einer Mitteilung ihren Ärger über diese Entscheidung mit.
„Ich kritisiere diese Entscheidung. Die Asse-2-Begleitgruppe ist dafür da, den Rückholungsprozess kritisch-konstruktiv zu begleiten. Bisher ist der Begleitprozess ein Erfolg. Aus unserer Sicht soll das so bleiben“, so Steinbrügge. In der Sache sei die Entscheidung unverständlich, weil das Bundesamt selbst noch im letzten Jahr zu Recht auf die zügige Suche nach einem Zwischenlager gedrungen habe, um keine Verzögerung der Rückholung zu riskieren. Hier seien sich Bundesumweltministerium, BfS und A-2-B stets einig gewesen.
Bereits im Dezember 2013 hätten das BfS und die A2B sich auf ein Standortsuchverfahren und auch auf Kriterien für die Suche nach einem Zwischenlager geeinigt. Das seien zum Beispiel der Strahlenschutz, das Störfallrisiko oder allgemein der Schutz der Menschen und der Umwelt. Auf dieser Grundlage könnten alle Standorte auf ihre Eignung hin überprüft werden. "Wir erwarten, dass unsere Experten, Geologen, Bergbauingenieure, Physiker, die die A2B fachlich beraten, vollständig über den aktuellen Stand der Erkenntnisse informiert werden", so Steinbrügge.
Der gemeinsam angestrebte Evaluationsprozess sei nicht geeignet, Verzögerungen für die Standortsuche zu begründen. Die Landrätin ruft alle Beteiligten zu einem sachlichen und konstruktiven Miteinander auf und warnt vor einer Verhärtung der Fronten. „ Das gemeinsame Ziel der schnellstmöglichen Rückholung der Abfälle sollte uns einen. Der Beteiligungsprozess dient dazu, für Öffentlichkeit und Transparenz zu sorgen und sachliche Entscheidungen vorzubereiten. Er sollte nicht als Belastung empfunden werden“, so die Landrätin.
Landrätin kritisiert BfS-Entscheidung
von Thorsten Raedlein
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