Lessing-Theater wird mit moderner und umweltfreundlicher LED-Technik ausgerüstet

von Marc Angerstein


| Foto: Privat

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[image=5e1764b7785549ede64ccb53]Die Stadtverwaltung hat angekündigt, im zweiten Quartal des Jahres über den aktuellen Kostenstand des Projektes Lessingtheatersanierung zu informieren. In der vergangenen Wirtschafts- und Finanzausschusssitzung haben die Abgeordneten des Stadtrates Deckenlampen als Pendelleuchten unter Einsatz von LED-Technik beschlossen.

Seit Dezember befand sich ein bisher fehlendes Licht-Konzept in Abstimmung mit der Verwaltung und wurde den Politikern nun zur Entscheidung vorgelegt. Gehen wir doch mal in Detail, wir veröffentlichen Auszüge aus der Verwaltungsvorlage:

Nach historischem Befund befanden sich in den Deckenfeldern des Theaters quadratische Einzelleuchten, sowohl im Foyer als auch im Saal. Der vorspringende erste Rang erschwert eine gleichmäßige Ausleuchtung des Saals. Nach der lichttechnischen Untersuchung des Büros „Andres“ ist eine optimale Ausleuchtung des Saals mit Einzelleuchten als Pendelleuchten in den Deckenfeldern zu erreichen.
Für die Belichtung der Wandelgänge und des Saals sind nach Stand der Technik sowohl ein indirekter Lichtanteil als auch ein direkter Lichtanteil für die Entstehung von Glanzpunkten erforderlich. Beide Anforderungen müssen in der Einzelleuchte umgesetzt werden. Dies erfordert für das Theater die Fertigung geeigneter, sich in die Kassettenfelder der Decke einfügender Leuchten.

Das Einbringen der Pendelleuchten in den Deckenkassetten erfolgt unter schwierigen technischen Rahmenbedingungen. Das ursprüngliche Entwurfskonzept des Büros Springer sieht im Dachgeschoss einen wesentlichen Teil Gebäudetechnik vor. Dies führt zu ausgesprochen hohen technischen Anforderungen an die Saaldecke. Im ursprünglichen Bestand erfüllte sie ausschließlich dekorative Ansprüche; nun wurde Sie statisch für die Unterbringung der Gebäudetechnik mit einem Stahlgitterrost ertüchtigt und wird wegen der Nutzungsanforderungen angrenzend zum Saal brandschutztechnisch und akustisch ausgerüstet.

Wegen der geringen Belastbarkeit der Decke mussten daher Einzellampen zum Einsatz kommen, die die Decke gewichtsmäßig nicht übermäßig beanspruchen. Frühere Planungsansätze wurden bereits durch die Verwaltung verworfen, da Sie statisch oder im Hinblick auf die Kosten nicht tragfähig waren.

Eine weitere technische Herausforderung stellt die Sicherstellung der Wartung, Instandhaltung und insbesondere der Wechsel der Leuchtmedien dar. Üblicherweise werden in Theatern zu Wartungszwecken bis auf das Parkettniveau herabfahrbare Lampenkörper verbaut. Diese bedürfen einer Mechanik, die wiederum zu einer Durchdringung der Decke führt, weshalb die zwingend notwendigen Anforderungen an den Brandschutz und die Akustik der Decke nicht mehr eingehalten werden können. Die technischen Bedingungen lassen unter vertretbaren Kosten ausschließlich eine Festmontage der Lampenkörper unter der Decke zu.

Bei herkömmlichen Leuchtmitteln (Glühbirnen, Quecksilberdampflampen) hätte der Ausstauch der Medien im Betrieb etwa alle drei Monate die Einrichtung eines Raumgerüsts mit entsprechenden Kosten und Betriebseinschränkungen erfordert.
Die Verwaltung hat daher das Planungsbüro beauftragt, eine Vollkostenbetrachtung für das ausgearbeitete Beleuchtungskonzept des Saals unter Einsatz wartungsarmer LED-Technik, sowie alternativ für ein Beleuchtungskonzept mit indirekter Beleuchtung und Einsatz herkömmlicher Leuchtmittel, aufzustellen.

Das Konzept „Deckenleuchten als Pendelleuchten“ erfordert aus den dargestellten Gründen den Einsatz wartungsarmer LED-Technik und besonderer Vorschaltgeräte, die das Dimmen der LED-Lampen auf 0,5 Prozent der maximalen Leuchtstärke ermöglichen. Insgesamt betragen die Kosten für den Vorschlag „Deckenleuchten als Pendelleuchten“ ca. 280.000 Euro, die Kosten der Alternative einer indirekten Beleuchtung über ein Spiegelumlenksystem betragen 261.000 Euro. Die Differenz der einmalig anfallenden geplanten Anschaffungs- und Installationskosten beträgt rund 19.000 Euro; die Volkostenbetrachtung zeigt jedoch einen laufenden Vorteil der LED-Technik und eine Amortisationszeit nach etwa 12 Jahren auf.

Darüber hinaus kann durch den Einsatz der LED-Technik gegenüber dem Einsatz herkömmlicher Medien etwa die Hälfte des CO2-Ausstoßes von 4.261,20 kg im Jahr eingespart werden.